Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Mehr in den Kommentarrichtlinien.
  1. Sehr gut, daß Sie dieses Thema (wohl als Erster oder zumindest einer der Ersten) in die Öffentlichkeit bringen. Die Notlagen, die hier ausgenutzt werden, kommen durch die Kombination von Wohnungsmangel und extremer Miethöhensteigerungen zustande.
    An letzteren ist übrigens auch der Fiskus mit-beteiligt: gemäß § 21 Abs.2 Einkommensteuergesetz trietzt er Vermieter geradezu, nur ja nicht zu billig zu vermieten. Verlangt der Vermieter über ein Drittel unter dem,was die Finanzbeamten als normal zu sehen belieben, wird der Vermieter damit quasi bestraft, daß er die Werbungskosten nur teilweise steuerlich geltend machen kann. Folge: drastische Mieterhöhung. Der § 21 Abs.2 gilt bundesweit flächendeckend. Wo kein Mietenspiegel existiert, „darf“ man sich mit den Finanzbeamten herumärgern, was sie als „normale“ Miete zu betrachten belieben.
    Diese Gesetzgebung wirrkt auf Dauer als Mietpreis-Gaspedal. Ihre Funktion ist die einer Miethöhendeckelung – nach unten. Danke, Gesetzgeber, für diese Verfassungswidrigkeit und für diesen Verstoß insbes. gegen das Europäische Eigentumsrecht. Ganz, ganz herzlichen Dank, liebes Parlament.

  2. In diesem Falle ist es wohl weniger der aktuelle Wohnungsnotstand sondern generell die Anonymität des Internets die hier ausgenutzt wird. Sicherlich hat es in diesem Falle nun Mutter und Tochter getroffen als sie auf der Suche nach einer Wohnung waren, allerdings tummeln sich grade auf diesem speziellen Portal extrem viele dieser Zeitgenossen die, egal ob man einen Job sucht oder seine Pumps verkaufen will, die in der Reportage beschriebenen Angebote und Fragen stellen. Sicherlich kommt das in jeder unmoderierten Umgebung vor – beispielsweise wird eine gewisse Spiele App, zu der es auch eine Sendung im ARD gibt – von vielen Nutzern als Dating-Platform genutzt. Allerdings kann man bei dem gezeigten Portal damit rechnen, dass
    mindestens jede zweite Antwort auf einen Gesuch oder einen eingestellten Artikel in die genannte Richtung geht sobald erkenntlich ist, dass es sich beim Anzeigensteller um eine Frau handelt. Leider wird von Seite der Betreiber aus immer nur wenig getan. Man kann die betreffenden User zwar blockieren jedoch können sie dann wieder die nächste Person belästigen.

    • Zu Satz 1: schon richtig; aber ohne den Wohnungsnotstand gäbe es bedeutend weniger ansprechbare pot. Opfer. Und die InteressentInnen wären in wesentlich besserem Nervenzustand bei der Wohnungssuche unterwegs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.