Verantwortungslosigkeit statt Abstand – Corona und das Leben der Anderen

Bislang ist Deutschland im internationalen Vergleich gut durch die Corona-Krise gekommen. Doch nun macht sich immer mehr Sorglosigkeit breit: feiern, demonstrieren, bewusst die Regeln missachten. Warum zählt die Gesundheit der Anderen nicht mehr? report München befragt Forscher zu ihren aktuellen Studien und begleitet Menschen, die die Corona-Hygiene-Maßnahmen durchsetzen müssen und immer mehr auf Widerstand stoßen. Mehr

 

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  1. Wer gezeigt bekäme, die schwierig es ist, von Corona geheilt zu werden und die schrecklich daran zu sterben wäre vllt. vorsichtig u. rücksichtsvoll. Empathie wird virtuell erschwert und das nutzen Ideologen aus.

  2. Der kapitale Fehler der Virulogen war am Beginn der Corona-Pandemie, die Gefährlichkeit bei jüngeren Menschen klein darzustellen. Das mag wissenschaftlich richtig gewesen sein – psychologisch war es falsch.

    Die jüngere Generation wird vielleicht weniger krank an Covid-19, die Folgen werden sie aber mehr zu tragen haben. Jeder Ökonom stellt immer die Wirtschaft in Form von Unternehmen in den Vordergrund, die verlorenen Arbeitsplätze und diese Folgen für unseren Wohlstand kommen zu kurz in den Statements.
    Ganz besonders die Jungen werden mehrfach getroffen, ganz besonders dann, wenn es nochmals einen wirtschaftlichen Stillstand gäbe. Das kommt oft nicht sehr deutlich in den Reportagen heraus.

    Erschreckend ist der Film „Sloborn“, der im November 2019 fertig gestellt wurde, lange vor Beginn der Pandemie, und dennoch wurde sehr vieles besser voraus gesehen als später erst noch langatmig diskutiert wurde.

    Die Gemengelage der Berliner Demonstranten halte ich von RT-Propaganda durchsetzt und unsachlich. Ein Paradebeispiel, dass selbst grössere Demo-Teilnehmerzahlen nicht die Masse der Bevölkerung darstellen.
    Wieviel rechte Gesinnung darf auf unseren Strassen „aufmarschieren“?

  3. Wenn man die Demonstrationen in Berlin ehrlich bewerten soll, dann muss man doch zu dem Schluss kommen, dass das eine überwiegende Ansammlung von Geisteskranken war.
    Jeden nur erdenklichen Ansatz von Verschwörungsquatsch, kann von Kindern in der Grundschule widerlegt werden.

    Und wenn es eigentlich um reichsbürgerischen Umsturz geht, dann sollte es sich unser Staat nicht bieten lassen. Wollen wir uns in die Anarchie demonstrieren lassen von Irren, die QAnons, Nazis, AfD oder Reichsbürger sind?
    Wer die Rechte anderer verletzt, muss sich die Beschneidung eigener Rechte vorhalten lassen müssen. Das sind doch im Grunde verfassungsfeindliche Bestrebungen.

  4. Hallo! Es gibt eine wichtige Dimension, die bislang in den Medien nicht zur Sprache kam: es gibt inzwischen auch in Deutschland eine ganze Menge Menschen, die selbst erkrankt sind und dabei unwissentlich ihren Vater, ihre Mutter, andere nahe Personen angesteckt haben und die in der Folge gestorben sind, während sie selbst überlebt haben!!
    Bislang erfolgt die Berichterstattung über die Übernahme von Verantwortung in anonymen Settings – „Ischgl“ – und spricht von möglichen Ansteckungen. Dabei sind diese immer schon erfolgt! Und das immer wieder nicht anonym.
    Das Tragische, zwischen Verantwortung, Schuld und Unschuld sich persönlich im nahen Beziehungsgefüge zurechtfinden zu müssen und die Ansteckungen, die man selbst ausgelöst hat, also das, was schon geschehen ist und immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft verarbeiten müssen, das muss als öffentlichen Dimension von Verantwortung und Ansteckungsprophylaxe benannt und verarbeitet werden. Uns Therapeuten/Psychologen/Philosophen/Coaches wird diese Traumatisierung in den nächsten Jahren stark beschäftigen.

  5. Allein für Hamburg finde ich es absurd von der Maskenpflucht in öffentlichen Verkehrsmitteln zu sprechen. Ich fahre 2-3x die Woche und es fand noch nie eine Kontrolle statt – im Gegensatz zu Fahrscheinkontrollen. Ist der Gesunheitsschutz der Fahrgäste dem HVV zu teuer? Wer steht in der Verantwortung die Mehrheit der Nutzer vor vermeidbaren Gesundheitsschäden zu schützen? Viele haben keine andere Alternative, um zur Arbeit und Familie zu gelangen.

  6. Unsere krasen Gegensätze:

    Wenn ich im Strassenverkehr mit Temp 100 durch die Stadt rase und dabei einen Menschen töte, kann ich mit Glück mit „nur“ fahrlässiger Tötung davonkommen.

    Wenn ich als potenzieller Spreader das Corona-Virus verbreite und damit leichtfertig und billigend in Kauf nehme (dolus eventualis) andere zu töten, dann bekomme ich was?
    Gar nichts! – Weil der Nachweis nicht gelingt?

    Den Demonstranten könnte man zumindest bewusste Fahrlässigkeit unterstellen, denn es ist ihnen egal, ob der Mitmensch daran stirbt. Allein, es fehlt an der Zuordnung.

    Wieviele verdeckte, vorsätzliche Tötungsdelikte gibt es denn in Coronazeiten mit Covid-19? Ist das also die Zeit für den perfekten Mord? Haben Staatsanwaltschaften das überhaupt auf dem Schirm?

  7. Verschwörungstheoretiker und andere kranke Menschen brauchen doch Hilfe.

    Den Medien muss man schon auch den Vorwurf machen, dass sie sich mit den „Andersdenkenden“ nicht genügend auseinandersetzen.

    Z.B. den Vorwurf Lügenpresse, der oft skandiert wird. Man könnte doch mal solch einen Vollgummi zum Interview einladen und der breiten Öffentlichkeit erklären, wie das mit der Lügenpresse praktisch aussehen solle.
    Sprechen sich BR, ZDF mit der Zeit oder New York Times täglich ab? Wer koordniert das? Wie viele Personen sind daran beteiligt und wie sollte das geheim gehalten werden? Welche Medien sehen diese Menschen als glaubwürdig an? Russia Today und andere Troll-Propaganda-Sender?
    Wie soll diese Gleichschaltung funktionieren, obwohl sich manche Medien spinne Feind sind? Was ist mit dem Ausland, wer diktiert sie? Wer hat die Meinungshoheit und wer solle angeblich führen? Bill Gates?
    Geheimdienste würden also Bill Gates die Weltherrschaft „anvertrauen“?

    Ja, viele Fragen klingen idiotisch und sie sie vielleicht auch. Aber muss man sich nicht auf die Patienten irgendwie einlassen?

  8. Auch ich fahre in Hamburg mit dem HVV und erlebe bei jeder(!) Fahrt, dass Menschen ganz ohne Maske oder mit freier Nase im Zug sind.
    Steigt die Hochbahnwache ein, werden die Masken schnell aufgesetzt, drehen die Kontrolleure sich um, sind die Masken der Verweigerer schon wieder vom Gesicht, bevor die Hochbahnwache ausgestiegen ist.
    Warum der HVV von seinem Hausrecht keinen Gebrauch macht und die Leute nicht rausschmeißt, ist mir ein Rätsel.
    Darauf angesprochen, erklärte eine Kontrolleurin sich als machtlos. Sie und ihre Kollegen sehen die Verstöße, können aber nichts machen.
    Warum dann von Politikern gesagt wird, die meisten Menschen hielten sich an die Vorgaben, ist mir ein Rätsel. Im HVV ist das nicht so.

    Ich schlage vor, dass für Maskenverweigerer in jedem Zug ein Waggon reserviert wird. Dort können sie sich gern mit Gleichgesinnten treffen und sich frei fühlen.

    Man sollte Bußgelder nicht nur androhen, sondern auch verhängen.
    Und zwar für 1-2 Wochen massiv.
    M.E. ist es vorsätzliche Körperverletzung, wenn man sich anderen Menschen ohne Mund-Nasenschutz nähert.
    Es ist ein bitterer Spiegel unserer Gesellschaft, in der Rücksicht ein Fremdwort ist und das Befolgen von Vorschriften lachend ignoriert wird.

    Im hambuger Marienkrankenhaus im Alterstraumatologischen Zetnrum kam heute eine Raumpflegerin in ein Patientenzimmer und nahm ihre Maske vom Gesicht.
    Da fragt man sich, wie es sein kann, dass das Virus in Altenheime und Krankenhäuser eingebracht wird, wenn die Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden, und dort bekam meine Mutter heute vor Augen geführt, wie einfach es geht.

    Man kann ja die Maskenpflicht doof finden. Dann kann man dagegen klagen oder sonst was. Aber solange es vorgeschrieben ist, sollte man sich daran halten. Man hält ja auch an der roten Ampel an und fährt nicht einfach weiter, weil man die rote Ampel gerade doof findet.

    Niemand hat gesagt, wir müssen uns eine Hand abhacken lassen, um einander zu schützen! Es ist doch nur ein Stück Stoff!
    Herrscht im Winter beißende Kälte, hat fast jeder seinen Schal im Gesicht. Wo ist der Unterschied?
    Es ist schon bitter zu sehen, wie weit Dummheit in unserem Land verbreitet ist.
    Der Staat erlaubt Demo in Berlin, obwohl schon die ersten Aufmarschierenden ohne Maske und Sicherheitsabstand auftauchten. Da hätte schon der ganze Rummel gestoppt werden müssen.
    Auch ein Beispiel dafür, wie der Staat versagt: Bußgelder androhen und „verschärfte Maßnahmen“, und dann passiert nichts. Kein Wunder, dass die Polizisten ausgelacht werden – sie können einem nur Leid tun.

  9. Das Internet verblödet die Leute, die sich nicht mehr aus ihrer selbstgemachten Blase befreien können.
    Es sind Zombies ihrer selbst.
    Digitale Rattenfänger erledigen den Rest.

    Zeigt den Leuten wie man sich aus tausenden unabhängigen Quellen quer informieren kann.

  10. Die „Systempresse“ versagt!!!

    Wenn man den Revoluzzern glauben schenken wollte – will man ja eigentlich nicht – dann wäre die Systempresse omnipräsent. Na dann frage ich mich, wo sind sie denn in den Telegrams, asozialen Medien, Chatgroups und allerlei anderer Foren?

    Ist es nicht an der Zeit, den Russentrollen unsere „Systemtrolle“ entgegenzusetzen? Leider tun das die Qualitätsjournalisten nicht oder zu wenig. Weil sie es nicht dürfen. Leider.

    Wenn wenigstens die Kabarettisten und Comedians massiv „aufmarschieren“ würden. Lachhaften Stoff bieten diese Verschwörer allemal. Von 5G bekommt man auch Fußpilz? Trump ist der Sohn Frankensteins? Die Chipimplantation soll Funkmasten überflüssig machen?
    Die Weltherrscher werden die 3 Oberkrainer Herzbuben sein? Bernd Höcker ist eigentlich der geheime Pabst und plant die Islamisierung?

    Aber mal echt jetzt. Diese Wahnsinnigen verplempern unser aller Zeit und sollten in eine Therapie gehen.

  11. Ich glaube tatsächlich, dass viele Leute mit den „Neuen Medien“ überfordert sind. Nun muss sich nicht jeder Internetnutzer mit Google Hacks auskennen. Aber toll wäre es schon, wenn die Leute mehr als einen Suchbegriff in Suchmaschine eingeben könnte. What you search, is what you get. Bringt den Leuten recherchieren bei. Feedreader erlauben einen breitgefächerten Überblick an ausgewählten Informationsquellen, die man sich selbst zusammenstellen kann. Ganz ohne Telegram oder sonstigen geschlossenen Blasen. Für viele ist das Netz immer noch Neuland. Hintergründe kann man nämlich selbst herausfinden.
    Die Likes, Follower und sonstigen Klickmist dient einzig und alleine den Urhebern. Um Geld zu verdienen oder Anerkennung zu bekommen.
    Ausser im BR habe ich noch nie auf so einen Quatsch geklickt.
    Personalisierung ist das grösste Ziel vieler Plattformanbieter. Das beginnt schon beim Smartphone, Tablet oder Smart-TV.
    Hat mal jemand die „Datenschutzerklärung“ von einem Samsung gelesen?
    Seitenlange Phrasen. Dass Daten nach Korea gesendet werden dürfen, erklört man sich einverstanden und dass in anderen Ländern vielleicht weniger hohe Datenschutzstandards gelten. Dann können die Daten von dort auch in weitere Länder wie USA, Kanada, Indien usw. gesendet werden.
    Aber alles „for a better user experience“.
    Immerhin wird sogar die Weitergabe an Versicherungen und Drittanbieter bestätigt. Und das ist noch nicht das Ende der Privatshärenspionage (quasi mit Einwilligung). Keine Sau regt sich darüber auf.
    Ganz einfach, weil es viel zu kompliziert zu verstehen ist, ihr Alu-Behüteten.

    Aber diese Dummköpfe halten sich mit Bill Gates und 5G Masten auf.

    • Das Nirwana sind Drittanbieter, die nicht greifbar für DSGVO & Co. sind. Das Gesetz ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht und suggeriert die Herrschaft über die eigenen Daten. Pustekuchen!

      • Drittanbieter?

        Jo, Paypal arbeitet mit ca. 600 Drittanbietern zusammen. Oder die Sofort-Überweisung der gleichnamigen Firma fordern mal eben PIN und TAN für eine Überweisung, um gleichzeitig das Konto der letzten 30 Tage zu durchforsten. Natürlich werden gleich mal noch Zusatzdaten erhoben.
        Paypals Drittanbieter (third-paties-list) greifen in die Vollen, Mike Kuketz hat das in seinem Blog ausführlich dargestellt.
        Eigentlich wundert es mich, dass mein Metzger beim Einkauf keinen Lebenslauf, Wohnorte der letzten 10 Jahre, eine Bonitätsprüfung, Gesundheitszeugnis und einen Auszug aus den einschlägigen Zentralregistern verlangt.
        Ich werde ihm das mal vorschlagen 😉

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