Väter im Abseits – Wie deutsche Arbeitgeber die Elternzeit boykottieren

Männer nehmen im Durchschnitt 3 Monate Elternzeit, Frauen 11,7 – die Erziehungsarbeit ist in Deutschland also mitnichten gleichberechtigt aufgeteilt. Das liegt auch mit daran, dass Arbeitgeber Männer daran hindern, längere Elternzeiten zu nehmen, wie Recherchen von report München belegen. Eingeschüchterte Väter berichten von Mobbing, Erpressung, Kündigungen und langwierigen Prozessen vor dem Arbeitsgericht. Mehr

 

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  1. Hier haben wohl einige Arbeitgeber noch einiges zu tun (zu lernen). Warum nicht Elternzeit für Männer? Sie sind noch nicht einmal ein „Kostenfaktor“, es kann also Ersatzpersonal eingestellt werden. Ich bin selbst Arbeitgeber und freue mich, wenn Männer ihre Vaterrolle lernen und annehmen. Auch Vater bin ich, von drei, mittlerweile erwachsenen Kindern. Es wäre toll gewesen, wenn ich diese Möglichkeit gehabt hätte, um näher bei der Entwicklung der Kinder sein zu können. Und wenn es nur wenige Monate sind.

  2. Warum vergessen die Deutschen immer, wie gut es Ihnen geht?
    Jammern auf hohem Niveau, dass ist die wahre Stärke der deutschen Bürger und mitunter auch der Medien (nicht immer).

    Wir sollten dankbar sein über die Regelungen zur Elternzeit.

    Wenn die Mütter/Väter nun noch länger zu Hause bleiben können/sollen, dann muss dies der Rest der Wirtschaft und Gesellschaft erstmal erarbeiten, ausgleichen, überbrücken.

    Wie kommt z. B. ein selbständiger Handwerker zu seiner Elternzeit? Vermutlich kann er es sich überhaupt nicht leisten. Sind diese Dinge in den Statistiken berücksichtigt? Leider wird oft nicht darüber berichtet, welche Kriterien in die Statistiken einfließen. So ist es möglich, diese zu beschönigen oder zu verschlimmern.

    Das die Mütter i. d. R. länger die Elternzeit beanspruchen hängt teilweise doch sicher auch damit zusammen, dass die Väter (noch) nicht stillen können.

    Leider zu einseitig – großes Gejammer.

    Viele Grüße A. Nestler

  3. Sehr geehrter Damen und Herren,
    in diesem Fall, liebe Herren, werte Väter: willkommen in der Wirklichkeit der Frauen/Mütter!
    Warum ist es report München einen Bericht wert, wenn Männer, die in Elternzeit gehen, so behandelt werden? Es macht mich wütend, wenn hier festgestellt wird, dass es einen Karriereknick gibt – wissenschaftlich nachgewiesen. Aha. Glückwünsche zu dieser Erkenntnis! Für Frauen, die in der freien Wirtschaft arbeiten, ist das Normalität und niemand fragt danach! Das ist dann halt so, die Kollegin ist dann eben raus. Und?
    Schade, dass solche Tatsachen nur Erwähnung finden, wenn es Personen männlichen Geschlechts so ergeht.

    • Ja, wenn es schon immer nur die Frauen trifft, da gibt es keinen Extra-Block. Frauen werden mit Eintritt ins berufsleben selbst für noch nicht vorhandene kinder bestraft, weniger Lohn, weil sie ja Kinder bekommen werden. Da gibt es auch kein zurück in Vollzeit. Teilzeit heißt die Zauberformel und am Ende sind sie bei Renten doppelt gestraft, da die Rentenberechnung auch unter der eines Mannes liegt, minus Teilzeitstrafe = Armutsgarantie!! Darüber berichtet maximal ein Frauenportal. Männer ignorieren es! Wir leben immer noch im Altertum.Jetzt wird selbst Schokolade in rosa u. blau verpackt – Genderneutral?

  4. Als Vater und Arbeitgeber kenne ich beide Seiten! Als Arbeitgeber habe ich keine Möglichkeit für einen Vater einen Ersatz für eine begrenzte Zeit zu finden. In unserer Branche ist es im Moment schwer überhaupt Mitarbeiter zu finden, deswegen würde jeder Kollege, der in Elternzeit geht, ein echte Mehrbelastung für die Kollegen bedeuten. Deswegen wäre es wichtig beide Seiten der Medaille zu beleuchten das als Tipp an die Redaktion.

    • Bei Beamten wäre das alles kein Thema – so unterschiedlich werden Menschen im Berufsleben gesehen und behandelt. Frauen sind eben stets die Dummen, die dann auch reichlich abgestraft werden. Klar können Männer nicht stillen, aber das ist wohl ein mehr als schwaches, wenn nicht sogar schwachsinniges Argument um die Degradierung weiter hoch zu halten. Allein die Bezahlungsunterschiede – bei identischer Ausbildung! – zwischen Mann und Frau zeigen das Dt. unterentwickelt ist. Aber wir wollen doch überall Vorreiter sein???

  5. Ich habe bereits 1998 Erziehungsurlaub genommen, für ganze drei Jahre.
    Mein damaliger Arbeitgeber war erfreulicherweise sehr kooperativ.
    Allerdings habe ich in den Jahren danach bei der Jobsuche – ich bin Elektromeister – häufig Ablehnung erfahren. Bei einem Vorstellungsgespräch wurde mir deutlich gemacht, dass ich wohl nicht zu einer Führungsposition tauge, weil ich Erziehungsurlaub genommen habe und deshalb womöglich „zu weich“ sei.
    Der Erziehungsurlaub habt sich ganz klar negativ auf meine Karriere ausgewirkt.
    Andererseits darf ich sagen, dass diese Zeit mit meiner Tochter unschätzbar wichtig war, noch heute haben wir ein sehr inniges Verhältnis zueinander.

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