Trotz Einsatz im Kriegsgebiet – Airbus wartet Türkische Flugzeuge

Trotz UN – Embargo unterstützt der Airbus-Konzern die Türkei bei der Wartung von Transportflugzeugen, die ins Bürgerkriegsland Libyen fliegen. Offenbar mit Tolerierung der Bundesregierung. Das belegen Recherchen von report München, dem Stern, dem niederländischen Recherchebüro Lighthouse Reports und anderen Medien. Mehr

 

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  1. Sehr geehrte Redaktion,

    prinzipiell finde ich Ihren Bericht über die Aktivitäten des türkischen Staates in Libyen sehr informativ und empfehlenswert.
    Jedoch die Problematik im Kontext betrachtet, nehme ich aus den diversen Berichten aus der Medienlandschaft in der Bundesrepublik Deutschland immer stärker wahr, dass eine sehr einseitige und ausschließlich negative Berichterstattung allgemein zu allen Themen, was die Türkei und die Türken betrifft, stattfindet. Gut und arm sind immer die anderen, der Provokateur und der Böse ist immer der Türke. Das spüre ich als Bundesbürger mit türkischen Immigrationshintergrund auch vermehrt am eigenen Leib im Alltag, mit Anfeindungen und verhörartigen Fragen an meine Person über die türkische Innen- und Außenpolitik, als ob ich hierfür Einfluss nehmen könnte.
    Undifferenzierte, nicht objektive und einseitige Berichterstattung führt halt zu Ressentiments, Anfeindungen und schürt Rassismus.
    Nochmal auf die Thematik zurückzugekommen, wissen Sie sicherlich, dass das besagte UN Waffenembargo bereits seit dem Jahr 2011 gilt. Die Türken sind Teil des Problems seit ihrer Beteiligung im Libyenkonflikt im Jahre 2018.
    Sofern Sie an sich einen Anspruch auf die Einhaltung einer objektiven journalistischen Berichterstattung stellen, muss ich Ihnen unterstellen, dass Ihnen in diesem Fall nicht gelungen zu sein scheint, die Problematik mit all seinen unterschiedlichen Facetten zu beleuchten.
    Bedauerlicherweise ist man auf dem Auge, die die Waffenlieferungen betreffen, an der auch diverse anderen EU-Länder eine Rolle spielen, wieder mal blind geblieben. Keine Erwähnung, wie die Waffen, vor dem Jahr 2018 in das Land gekommen sind, kein Ton zu den 2020 zurückgelassenen Waffensystemen General Haftar, die die Amerikaner an die Franzosen verkauft hatten. Ebenso keine Recherche zu den Waffenlieferungen der Franzosen und anderer Parteien über den Landweg, wie der Saudis, Ägyptens und der Vereinigten Arabischen Emirate.
    Ich würde mich über ein Feedback Ihrer Redaktion diesbezüglich sehr freuen. Speziell die Intention dieser Art der aus dem Kontext gerissenen Berichterstattung, in der man sich ausschließlich nur auf eine Konfliktpartei journalistisch konzentriert und die anderen Parteien aus dem Focus verliert.

    Vielen Dank nochmals für den Bericht und für das Verständnis über mein Unmut vorab.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ufuk Atay

    • Sehr geehrter Herr Atay,

      vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Sendung und für Ihre Kritik, auf die ich als einer der Autoren des Beitrags gerne eingehen möchte.

      Ausgangspunkt unserer Recherche war die Frage, inwieweit Europas größter Luftfahrtkonzern Airbus in den Libyen-Krieg und in Embargobrüche verwickelt ist. Nach unseren Recherchen transportiert nur die Türkei kriegswichtige Fracht für den Libyen-Konflikt mit Airbus-Maschinen, deshalb sind wir in diesem Beitrag auch nur darauf eingegangen

      Das heißt aber nicht, dass uns Verstöße der anderen Konfliktparteien nicht interessieren. Wir haben darüber zum Beispiel Ende Juni berichtet: https://www.tagesschau.de/investigativ/report-muenchen/waffenembargo-libyen-101.html

      Damals hatten wir uns die Frage gestellt, welche Rüstungsgüter von deutschen Konzernen im Libyen-Krieg im Einsatz sind. Wir sind damals auf Mercedes-Unimogs der türkischen Streitkräfte gestoßen, aber auch auf Munition aus dem Rheinmetall-Konzern und MAN-Trucks, die einst an die Vereinigten Arabischen Emirate exportiert worden waren. Beides haben wir entsprechend thematisiert.

      Auch über die fragwürdige Rolle Saudi-Arabiens und der Emirate im Jemen-Krieg haben wir in der Vergangenheit immer wieder ausführlich berichtet.

      Unser Fokus liegt bei diesen Themen immer auf zwei Aspekten: auf der Verantwortung deutscher Konzerne und der deutschen Regierung mit ihrer inkonsequenten Rüstungsexportpolitik. Das betraf beim gestrigen Beitrag die Türkei, aber künftig wird es bestimmt auch wieder um andere Länder gehen.

      Ich hoffe, dass meine Antwort Ihren Unmut etwas abmildert!

      Mit freundlichen Grüßen
      Philipp Grüll
      report München

  2. Sehr geehrter Herr Bachmann,

    zum Bericht über die Flugzeugwartung bei Airbus.
    Leider wurde wie schon öfter einseitig berichtet, denn wenn jemand teure Maschinen mit Wartungsvertrag kauft pocht er doch auch auf Einhaltung dieser Verträge. Ich denke auch die bayerische Industrie war froh um die Arbeitsplätze bei Airbus als auch die Türkei zehn Flugzeuge dieses Typs gekauft haben.
    Es ist wie immer, der Einsatz von Transportfahrzeugen wie Lkw, Unimog, Pick-up oder Transportflugzeuge kann doch für unterschiedliche Zwecke (humanitär oder Waffenträger) eingesetzt werden. Hier kann nicht immer der Hersteller für die anschließende Verwendung zur Rechenschaft gezogen werden.
    Verwunderlich ist schon, dass der NATO Partner und EU Beitrittskandidat sein Nachbarland bombardiert und einmarschiert, das Waffenembargo gegen Libyen bricht, im Hoheitsgebiet von Griechenland nach Bodenschätzen sucht und dabei militärische Gewalt androht und auf Zypern nach wie vor Uneinigkeit herrscht.
    Hier frage ich mich schon warum weder die NATO noch die EU-Mitgliedsstaaten nicht angemessen reagieren.
    Die großen Probleme im Nahen Osten entstanden durch die Liquidierung der Herrscher in Afghanistan, Irak und später in Libyen ohne, dass eine stabile Nachfolgeregierung etabliert wurde.

    Für Ihre neue Verwendung wünsche ich Ihnen viel Erfolg
    Walter

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