Staatshilfen für TUI – Die fragwürdige Großzügigkeit der Bundesregierung


Der Reisekonzern TUI hat in der Corona-Krise von der Bundesregierung einen Kredit über 1,8 Milliarden Euro zugesagt bekommen, weitere Hilfen werden diskutiert. Gleichzeitig beklagen Reisebüros, dass bei ihnen bislang kaum staatliche Hilfe ankommt, obwohl an den kleinen Anbietern insgesamt weit mehr Arbeitsplätze hängen. Doch was steckt hinter der staatlichen Großzügigkeit gegenüber TUI? Nach Recherchen von report München könnte diese mit einem Versäumnis der Politik zusammenhängen. Denn eigentlich hätte die Bundesregierung die TUI längst dazu verpflichten müssen, die Vorauszahlungen ihrer Kunden für Pauschalreisen besser abzusichern. Die EU hatte ein entsprechendes Gesetz zum Schutz der Kundengelder verlangt. Doch in Deutschland wurde die Vorgabe der EU bislang nicht ausreichend umgesetzt. Mehr

 

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  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    leider spielen in allen Berichten nur die Rückzahlung der Kundengelder eine Rolle, dabei ist das bei weitem nicht der einzige Schaden. Und diesen zusätzlichen Schaden haben vor allem kleine, mittelständische Reiseveranstalter : in den Zielgebieten müssen Vorauszahlungen geleistet werden und die bekommt ein kleiner Veranstalter nur sehr selten erstattet. Ein Großunternehmen wie die TUI wird hier ebenfalls bevorzugt. Darüber hinaus haben die Reiseveranstalter auch noch für Zusatzkosten aufzukommen, die der Reisende für seine Rückreise hatte, wenn z.B. eine Fluggesellschaft die Flüge eingestellt hat und auf eine andere umgebucht werden musste. Viele Unternehmen, z,B. Versicherungen schließen die Risiken aus einer Pandemie aus – nur Reiseveranstalter müssen dafür haften. Stellen Sie sich vor die Fitnessstudios müssten jetzt den Mitgliedern Fitnessgeräte in die Wohnung stellen da sie ins Studio nicht dürften … sogenannter Verbraucherschutz ist hier eine Farce.

  2. Wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung sogar ein Gesetz aushebeln wollte, dass die Rückzahlung der Reisegelder regelt. Die Bundesregierung wollte, dass die Kunden von TUI über eine Gutscheinregelung TUI zinslose Kredite gibt. Menschen die selbst oft von der Krise gebeutelt sind…
    Wir gehören zu denjenigen, denen eine größere Summe seit März von TUI zusteht. TUI ist nicht erreichbar , TUI vertröstet… TUI widerspricht Mahnbescheiden ohne Grund…. TUI wird sich selbst für die nächsten Jahre durch dieses Verhalten langfristig selbst mehr schaden als Corina… Einem solchen Unternehmen gebe ich künftig keinen Cent mehr zu verdienen. Mein Vertrauen ist verspielt …

    • So sehe ich es auch, die TUI ist so etwas von Arrogant und hält uns Reisebüros für blöd.
      Für diesen Veranstalter werde ich persönlich keinen Cent Umsatz mehr machen.
      Die Aktion von 12 %Provision für Buchungen bis 31.7.2020 ist ebenfalls Verarschung.
      Was denken diese in Hannover wer glaubt diesen Provisionsschwindel. Welches Reisebüro wird bis Ende Juli viel Umsatz machen?
      Schön wäre es wenn alles wieder wie vor Corona laufen würde uns alle Büros einen Mega Umsatz bei TUI machen würde, dann wäre dieser Laden wahrscheinlich nicht mehr in der Lage die versprochene erhöhte Provision zu bezahlen, aber das wird sicher nicht eintreten.
      Ich hoffe das alle Kollegen die TUI durchschaut hat und die Umsätze auf andere guten Veranstalter z.B Schauinsland, REWE, Alltours usw. verteilt, weil diese Veranstalter in der Krise hinter uns stehen und nicht die Telefone abschalten

      Lg
      Jürgen Keck

    • Solche Reisenden sind dann die, die völlig hilflos irgendwo im Ausland saßen, nun ihrem Geld hinterherlaufen dürfen (Klag mal gegen ein Hotel auf Mauritius!), dann beim Reisebüro anrufen: „Wir wissen, dass wir dieses Mal nicht bei Ihnen gebucht hatten, aber können Sie uns da helfen?“ Passiert derzeit ständig bei uns im Büro.

    • Und dann sein Geld dubiosen Firmen ins Ausland nachzu schmeissen.
      Bei einem Reisebuero ist das Geld wenigsten gesetzlich abgesichert.
      Aber Zocker wie Schuster wird es immer geben.
      Hoffentlich fallen diese genug auf die „Schnauze“

  3. Schade, dass die kleinen und mittelständischen Reiseveranstalter so wenig erwähnt wurden. Im Gegensatz zum Konzern TUI, der trotz Milliardenunterstützung 8000 Arbeitsplätze vernichtet und seine Partnerhotels international auffordert seine Rechnungen um 25% zu reduzieren ( und den Rest zahlen will wenn es dem Konzern wieder besser geht) gehen die KMU Reiseveranstalter bei ihren Leistungsträgern und den Airlines in Vorlage. Weder von den Airlines erhalten sie die Ticketkosten zurück noch aus den Destinationen, müssen aber gleichzeitig die Kundengelder zu 100% zurückzahlen plus die Reisebüroprovision d.h. mit jeder Rückzahlung gehen sie weiter ins Minus bei gleichzeitig weiterlaufenden Kosten und keinerlei Einnahmen.
    Allein die ebenfalls mit Milliarden zu rettende Lufthansa hält gesetzeswidrig 1,8 Milliarden für coronabedingt nicht abgeflogene Tickets zurück..Zusätzlich hatten die Reiseveranstalter immens hohe Kosten durch die Rückholflüge, die zu ihren Lasten gingen und nicht von der Regierung bezahlt wurden.
    Lediglich die ‚Big Player‘ und die Reisebüros zu retten bedeutet die massenhafte Insolvenz der KMU Reiseveranstalter, die ordentlich gewirtschaftet und ihre Steuern in Deutschland bezahlt haben. Der touristische Mittelstand wird systematisch ausgeblutet.
    Und die Reisebüros, die sich jetzt über höhere Provisionen der TUI freuen werden sich wundern, wenn diese die Unterstützung erhalten hat, die Situation sich stabilisiert und aufgrund des gleichzeitig ausgebauten Direktvertriebs die stationären Reisebüros nicht mehr benötigt.

  4. Reisebüros muss es geben nur so kann hier noch gute Qualität und Beratung gegeben werden.Beim Internet arbeiten nur Call Center Sklaven, die einem bei einer Krise wie jetzt nie in der Lage sind zu helfen.
    Zu TUI ist doch klar die Hauptgesellschafter sind ein Russ. Oligarch. und die Fa. Black Rock aus den USA. Dank guter Lobby (Tourismussbeauftragter der Bundesregierung) haben sie diese Staatshilfen erhalten.
    Die Funktionäre der Reisebüro Verbände QTA.TTS DRV, BEST. TUI Travel Star etc haben doch seit Jahren ihre Reisebüros „in Stich gelassen“.Und haben sich alle verschlechterten Kontitionen diktieren lassen. Aber jetzt wird natürlich gejammert.
    Bitte daran denken liebe Reisebüros.. Nur die dümmsten Lämmer wählen ihre eigenen Metzger!!!Es ist einfach die Schuld immer nur bei anderen zu suchen.

  5. Sehr geehrte Damen und Herren ,
    ich verfolge jede Sendung vom Report , leider habe ich zum Thema ,Thomas Cook eine Frage , im Bericht wurde ausgeführt das Geschädigte
    ihr Geld -wegen abgesagter Reise- bereits erhalten haben . Leider ist dies nicht der Fall , obwohl alle Unterlagen bei der Versicherung , bereits Anfang Oktober 2019 , eingereicht wurden . Nach mehrmaligen Nachfragen im April und Mai wurde ich immer vertröstet mein Fall sei geprüft und befinde sich im Auszahlung-Modus !
    Bin etwas enttäuscht von Ihrem Bericht.
    Mit frdl. Gruß
    J.Göldner

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