Kündigung brutal – Wie mit Eigenbedarfskündigungen ganze Häuser geräumt werden

 

Es gibt nicht viele Möglichkeiten Altmieter los zu werden, wenn Spekulanten ein Haus gekauft haben, in dem noch günstige Mieten gelten. Viele Vermieter sprechen deshalb Eigenbedarfskündigungen aus. Auch alte Menschen sind vor solchen Kündigungen nicht sicher. Ein 89-jähriger soll jetzt nach 44 Jahren seine Wohnung räumen. Mieterverbände schlagen Alarm, die Politik aber hat das Problem lange ignoriert. Mehr

 

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  1. Sehr geehrte Report-Berichterstatter,
    Sie berichten aus einer Stadt, die solange ich denken kann, SPD-regiert ist. Es wurde nichts in den sozialen Wohnungsbau investiert. Und die, die Wohnraum geschaffen haben und jetzt weiter Wohnraum schaffen, werden von Ihnen als die Miethaie dargestellt, als unsozial und geldgeil. Kein Konzept, wie und wo die Kommune Wohnungen schafft, um die Preisspirale in den Griff zu bekommen. Einzig der sozialistische Ansatz von Regulierung und noch mehr Regulierung. Kein Wort davon, dass der Vermieter finanziell in Vorleistung geht, Risiken des Mietausfalls trägt und sich bei jedem Mucks des Mieters kümmern muss. So eine jämmerliche Berichterstattung… hätte rundum aus der DDR sein können.

    • Ist keine jämmerliche Berichterstattung! Dieser Mißbrauch bringt alle die, die einen „echten“ Eigenbedarf haben in Schwierigkeiten.
      Wer ganze Häuserblocks kauft, saniert und wiederverkauft, hat keinen echten Eigenbedarf! Da muß Justitia mal zur Abwechslung die Augenbinde abnehmen und ganz deutlich den echten Eigenbedarf vom vorgetäuschten differenzieren.

  2. Mit diesem Beitrag haben Sie dem 90 jährigem Mieter einen Bärendienst erwiesen! So rüstig dargestellt, wird es einem Gericht schwerfallen, die Sozialklausel für ihn anzuwenden. Schade, eine verpasste Gelegenheit, den Tenor Ihres Beitrages auch zu erfüllen. Was soll der verständige Zuschauer davon halten? Es führt zu dem Eindruck, dass auch andere Beiträge mit Inhalten, von denen man nicht so viel versteht, genauso erstellt wurden.

    • und was ist mit denen, die vor Jahren eine Wohnung als Alterssicherung gekauft haben und jetzt als Rentner die Wohnung auch bewohnen wollen, also den Eigenbedarf nicht vortäuschen und auch nicht mißbrauchen? Mit der Anwendung des Eigenbedarfs muß man doch wohl sehr differenziert umgehen. Es gibt schließlich auxch den „Echten“!

    • Meiner Meinung nach „schläft“ da die Justitia oder spekuliert womöglich selber. Wenn der Eigenbedarf „echt“ wäre, wäre der Vermieter als Eigentümmer von weiteren Wohnungen in der Lage , eine Ersatzwohnung anzubieten. Die hat er aber durch vorrausgegangene Sanierung so verteuert oder gleich verkauft, das sie als Ersatzwohnung nicht mehr in Frage kommen. Sehr durchsichtig, durch Vorschieben der Verwandschaft eine Wohnung nach der anderen „freizuziehen“, sie dann zu sanieren und dann mit Gewinn weiterzuverkaufen. So was bringt auch alle „echten“ Eigenbedarfe in Verruf und sollte SOFORT gesetzlich präzisiert werden.

  3. Die Eigenbedarfskündigung ist quasi die einzige Möglichkeit ein einmal eingegangenes Mietverhältnis legal zu beenden, egal was dem Eigentümer von sogenannten Mietern zugemutet wird.
    Schon jetzt kommt das total einseitig pro Mieter ausgelegte Mietrecht, unterstützt durch eine überwiegend linkslastige Richterschaft, quasi einer Enteignung gleich. Diese einseitige tendenziöse Berichterstattung ist für mich als geschädigen wehrlosen Vermieter unerträglich.

  4. hallo,
    der Mißbrauch der Eigenbedarfskündigung zu spekulativen Zwecken macht mich betroffen , aber auch zornig. Aber anders als Sie denken. Ich bin 68 Jahre alt , habe 2010 eine Erdgeschosswohnung (Gewerbe mit Wohnnutzungserlaubnis) gekauft , mit dem Zweck es als Alterswohnsitz zu bewohnen. Damals war die Wohnsituation in Berlin noch entspannt, die fragliche Erdgeschosswohnung (offiziell Gewerbe) war als Wohnung vermietet. Angrenzende Räumlichkeiten gehörten zum Objekt, lagen eine Halbetage höher waren in einem desolaten Zustand, unbewohnbar. Habe diese in den letzten Jahren meiner Berufszeit in Eigenleistung (ohne Handwerker) selber renoviert, bewohnbar gemacht, mit dem Ziel, das dort mein Sohn mit Familie einzieht und wir „Alte“ in die noch vermietete Wohnung einziehen, weil diese sich barrierefrei umgestalten läßt. Haben wir dem Mieter von Anfang an (2010) mitgeteilt. Die Miete haben wir zu keiner Zeit erhöht (4,30 / qm). Wir sind keine Spekulanten.
    Die gemietete Wohnung am Arbeitsplatz vor der Rente in 400 Km Entfernung haben wir vergangen Jahres aufgegeben und die Möbel eingelagert. Wir wohnen jetzt vorübergehend in der Wohnung auf der Halbetage, die für meinen Sohn vorgesehen ist. Zum Ende November 2018 haben wir die vermietete Wohnung gekündigt , völlig korrekt auf Eigenbedarf und auch formal völlig korrekt. Die Mieter (Hartz IV) haben in der Umgebung nichts bezahlbares gefunden. Also haben wir einen Nutzungsvertrag vereinbart, zunächst bis Ende März 2019. Immer noch keine Wohnung. Also haben wir den Räumungsaufschub bis Ende Juni verlängert. Wir sind NICHT im Streit mit den Mieter, aber sie finden nichts. Deshalb völlig freiwillig eine Nutzungsvereinbarung zum Nutzen beider Seiten. Aber ewig kann das nicht so weitergehen, die Mieter müssen wohl auch weiter weg nach einer bezahlbaren Wohnung suchen. Kein Streit zwischen Mieter und Vermieter, Kompromisse zum Räumungsaufschub waren möglich. Mit Sicherheit liegt hier ein echter Eigenbedarf vor. Vielleicht könne Sie sich vorstellen, das mich die mißbräuchliche Anwendung des Eigenbedarfs zornig und wütend macht. In Ihren Beispiel gehört dem Immobilienmakler ganze Häuserblocks, offensichtlich nutzt er seine Anverwandten, Wohnung für Wohnung mit Eigenbedarf „freizuziehen“. Wir haben dieses eine Objekt, möchten mit unserem Sohn gemeinsam wohnen, das ist auch ein Bestandteil der Alterssicherung. Da macht es mich unsäglich zornig, das der Begriff „Eigenbedarf“ so in den Dreck gezogen wird, denn es gibt ja schließlich auch noch die echten Eigenbedarfe. Warum bestraft man nicht die mißbräuchliche Anwendung des vorgeschobenen Eigenbedarfs nicht mit Gefängnis, weil Geldstrafe und Schadensersatz nutzen wohl wenig in Hinblick auf die zun erwartenden Gewinnmargen.

  5. Mich hat an dem Bericht betroffen gemacht, mit welch fröhlicher Unbefangenheit die beiden Kinder des – auf den ersten Blick nicht unsympathisch wirkenden Vermieters- sich auf die frei werdenden Wohnungen freuen. Offensichtlich haben beide keinen Gedanken daran verschwendet, dass es – um abends in München bleiben zu können- auch ein Zimmer in einem Studentenwohnheim oder einer WG tun würde. Stattdessen brauchen beide je eine Drei-Zimmer-Wohnung, womit jeweils eine Familie bzw ein alter Mann zum Umzug gezwungen wird. Was für Werte werden diesen jungen Menschen vermittelt? Wer hat, der hat und nach uns die Sintflut?

  6. Schade, dass diese beiden jungen Menschen völlig ohne eine Idee von Verantwortung, Moral und Gerechtigkeit groß werden mussten… Herr Breitenwieser, es trifft doch keinen Armen, oder! Wenn es wirklich um Wohnraum für ihre Kinder ginge, dann kaufen Sie Ihnen doch Herrgott noch mal was Nettes in München! Dass sie überhaupt noch in den Spiegel schauen können, finde ich bemerkenswert!….am End konnst eh nix midnemma!

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