Konto gekündigt! Guthaben geschrumpft! Negative Zinsen belasten Sparer

Das Ersparte gehört dem Sparer. Das galt bisher. Doch zunehmend belasten Negativzinsen die Depots und knabbern Guthaben an. Banken und Sparkassen verweisen auf die Europäische Zentralbank. Die hat den Euro-Ländern seit 2014 die Negativzinsen verordnet. Die Institute wälzen den Verlust auf ihre Kunden ab. Hunderttausenden Kunden flatterte deshalb die Kündigung von Sparverträgen ins Haus. Mehr

 

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  1. Es ist schön wie sich Report München für die Sparer einsetzt. Die Frage, die ich mir stelle ist jedoch, warum sollen Negativzinsen rechtswidrig sein und Positivzinsen nicht. Als ich vor über 30 Jahren mein Haus gekauft habe mussten wir 6,78% Zinsen zahlen. Ein Überziehungskredit eines Girokontos wurde mit bis zu 18% von den Banken belastet. Für uns waren das damals extreme Negativzinsen. Meine Kinder zahlen heute so gut wie keine Zinsen für ihre Kredite.
    Gibt es ein Recht auf positive Zinsen? Oder sind Negativzinsen rechtswidrig? Ich glaube nicht, da wir nicht gezwungen sind unser Geld auf Sparkonten anzulegen. Es gibt ja alternative Möglichkeiten.
    Mir war Ihr Beitrag zu einseitig. Die Menschen brauchen auch die Information über alternative Möglichkeiten – sonst macht man sich der Panikmache schuldig.

        • Selbstverständlich ist das juristisch und verfassungsrechtlich geklärt. In Deutschland gibt es jedes fast 6000 Verfassungsklagen, die alle geprüft, aber zum grossen Teil abgewiesen werden müssen.
          Es gibt bei den Vollkaskoklägern kaum ein Rechtsgebiet, das noch nicht „beackert“ worden wäre.

        • Niemand wird enteignet. Man hat den Service eines kapitalistischen Unternehmens (Bank) in Anspruch genommen. Jeder kann einen Vertrag kündigen. Als die Zinsen nach unten gegangen sind, haben viele ihre Kreditverträge neu verhandelt. Das ist der gleiche Vorgang nur andersherum. Bei Enteignung nimmt mir der Staat etwas weg. Die EZB ist unabhängig von den Mitgliedstaaten. Es gibt bei hohen Zinsen Verlierer und bei niedrigen oder negativen. In beiden Fällen gibt es aber auch Gewinner.

      • Was hat das mit Enteignung zu tun? Enteignung erfolgt gegen den Willen des Enteigneten.

        Aber wer sein Geld einer Bank gibt, die sagt, sie werde nur einen Teil des Geldes wieder zurückgeben, der ist selber schuld, wenn er sich auf diesen Deal einläßt.

        Das ist Vertragsfreiheit: Wer ein Teil seines Geldes freiwillig einer Bank schenkt, der darf dies natürlich tun.

        Es gibt kein Grundrecht, dass ich einen Anspruch darauf habe, mehr zurückzubekommen, wenn ich mein Geld einer Bank oder irgendeinem anderen gebe.

        Es gibt kein Grundgesetz, das sich Geld immer vermehren muss.

  2. Critical Point!

    Für was? – Den berühmt berüchtigten Banken run. Irgendwann werden die Leute die Nase voll haben, ihre Rücklagen dahinschmelzen zu sehen. Die Inflation, die Euro-Einführung und nun die Negativ-Zinsen lassen das Fass überlaufen.
    Die Frage ist, wann dieser kritische Punkt erreicht wird und möglicherweise das Finanzsystem kollabieren lässt?

  3. Hat der Moderator da gerade wirklich im Intro vom „Krieg gegen Sparer“ gesprochen?

    Was ist denn das für eine Wortwahl? Im Krieg erleiden Menschen ECHTEN Schaden, da verliert man nicht nur ein paar Penunzen sondern häufig sein gesamtes Hab und Gut, seine Existenz, mitunter sogar das Leben.

    Was Ihre Experten so erzählen das ist eine Sache, darüber mag man trefflich streiten. Aber von einem Moderator erwarte ich eine MODERATE Wortwahl und keine Haltung die extremer als die der Experten ist.

    • Begriffe gibt es tatsächlich im übertragenen Sinne. Das würde ich bei dieser Wortwahl mal bedingungslos unterstellen, um der Dramatik Nachdruck zu verleihen.

      • Also Ihrer Meinung nach handelt es sich um Unfähigkeit. Gut, das vermag ich jetzt nicht zu widerlegen. Aber wir können ja mal das Ausmaß dieser Unfähigkeit aufzeigen.

        Krieg ist ein Begriff der, aus bereits genannten Gründen, stark emotional besetzt ist. Er geht einher mit einer weitgehenden Aufhebung des Rechtsstaates.

        Und nun schauen wir uns den Beitrag nochmal an. Da kommen durchweg Experten zu Wort die rechtliche Bedenken äußern. Völlig sachlich und emotionsfrei.

        Von meiner Warte her ist also bedingungslos zu unterstellen das die Wortwahl nicht unpassender sein könnte. Und das in einem Reportagemagazin für das eine präzise Wortwahl essentiell ist.

        • Nein, das steht da nicht in meiner Antwort. Für meinen Geschmack handelt es sich um ein typisch deutsches Problem.
          Nämlich Diskussionen um den eigentlichen Inhalt herum zu führen. Und genau dieser Inhalt ist viel wesentlicher als die Diskussion über die Begriffswahl.
          Ich weiß nicht woher es kommt, dass sich Kommentatoren dazu berufen fühlen Nebendebatten aufzumachen.
          Das Thema Negativzins ist mir jedenfalls bedeutsamer zu diskutieren und zu kritisieren.

          • Meiner Meinung nach unterschätzen Sie an dieser Stelle die Macht der Sprache. Wir haben die Möglichkeit solche Debatten völlig sachlich und mit offenem Ausgang zu führen, das gelingt vor allem dann wenn ein Beitrag von Anfang bis Ende frei von einer Wertung bleibt. In diesem Beitrag wurde bereits im Intro klar Stellung bezogen – und genau da setzt meine Kritik an. Hier wurde ein sachlicher Beitrag durch die Anmoderation unnötig emotional aufgeladen und somit verfälscht. Das ist die denkbar schlechteste Grundlage für eine sachliche Diskussion zum Inhalt.

            Und wenn Sie diese Diskussion nicht führen wollen dann muß ich fragen warum Sie hier mit mir diskutieren. Wenn Sie einerseits behaupten das Ihnen das Thema Negativzins bedeutsamer ist als diese Nebendebatte dann frage ich mich weiters weshalb Sie hier antworten – und nicht in den anderen Kommentaren die deutich stärker themenbezogen sind.

          • …..Für meinen Geschmack handelt es sich um ein typisch deutsches Problem…..
            Das ist eine Methodik die inzwischen alles komplett durchseucht hat. Keiner will oder besser kann mehr das gesamte Problem aufnehmen, analysieren und eine Meinung/Lösung herausarbeiten.
            Man hängt sich nur an einzelnen Worten auf und die werden dann ausdiskutiert – um sich ja nicht mit dem Hauptproblem zu beschäftigen.
            Danach erzählt man stolz, das man sich stunden/tagelang mit dem Problem beschäftigt hat – verschweigt aber, das man das Problem noch gar nicht erfasst hat.
            Grundsätzliches Problem: es wird nur linear vorgegangen (gedacht) – erst wenn der eine Punkt komplett ausdiskutiert/geurteilt ist, fängt man mit dem nächsten (von vorne) Punkt an. Prioritäten werden nur gesetzt, um den schwächsten Punkt zu finden und als Alibi zu diskutieren um jede ARBEIT, Entscheidung, usw. zu vermeiden.
            Eigenes Beispiel: Als ich in UK arbeitete kam bei der ersten Meldung eines neuen Problems eines Kunden vom Teamleiter nur die Frage „have you fixed it?!“ KEIN deutsches: das kann nicht sein, damit haben wir nichts zu tun, so etwas gibt es nicht, sind nicht zuständig, der Kunde ist selbst schuld/hat was falsch gemacht, alle Vorschriften erfüllt, keine Garantie mehr, bis zur letzten Lüge: das Produkt haben wir gar nicht hergestellt. In dieser Zeit hätte man das Problem schon x-mal lösen können.

          • „Keiner will oder besser kann mehr das gesamte Problem aufnehmen“

            Wir sind uns also schonmal dahingehend einig das es Probleme gibt die nicht trivial gelöst werden können, sehr schön.

            Nun haben wir in diesem Beispiel ein sachliches Problem das im Beitrag sachlich diskutiert wird und nur vom Moderator emotionalisiert wird, Herr Maier sprach davon dies geschehe „um der Dramatik Nachdruck zu verleihen.“

            Nun meine Frage an Sie: Wozu braucht man in einem sachlichen Thema überhaupt Dramatik?
            Dramatik/Emotion wirkt bei Sachthemen in aller Regel nicht im Sinne einer Lösungsfindung.

            Als Beispiel möchte ich mal auszugsweise ein paar Beiträge zitieren:
            „Wenn das noch weiter steigt, ziehe ich das Geld von der Bank ab und verbuddele es im Garten.“
            -> Geld im Garten verbuddeln ist konkret eine Lösung welchen Problems?

            „Critical Point!

            Für was? – Den berühmt berüchtigten Banken run.“
            -> Wann hat jeh eine Volkswirtschaft von einem Banken run profitiert?

            Sind das die sachbezogenen Beiträge a la „Have you fixed it?“ Oder sind das die Beiträge die durch schlechte Wortwahl eines Moderators begünstigt worden sind?

  4. Danke Report München für diesen wichtigen Beitrag. Auch mit wurde der Vertrag gekündigt. Toll, dass ihr auch Kritiker wie die beiden Buchautoren Marc Friedrich und Matthias Weik zu Wort kommen lasst.

  5. Sehr guter Beitrag, die die Finanzströme transparent macht. Also wohl doch eine versteckte Staatsfinanzierung zugunsten der Südländer?
    Unglaublich dreist.
    Wenn das noch weiter steigt, ziehe ich das Geld von der Bank ab und verbuddele es im Garten.

  6. Ich frage mich als promovierter Oekonom, was dieser fragwuerdige Beitrag sollte. Es gibt keinen Anspruch auf einen positiven Zinssatz und es ist auch nicht so als wenn die EZB einfach mal beliebig Zinssaetze festlegt. Und welches Gesetz soll das bitte sein, das Banken angeblich zwingt den Grossteil ihrer Einlagen bei der EZB ueber Nacht zu parken? Das ist eher der Unfaehigkeit von ueberbezahlten Sparkassenmanagern geschuldet, die aber soviel verdienen wie die Manager niederlaendischer Grossbanken. Das ist Humbug, was in der Sendung behauptet wird und die beiden Experten, sind keine Experten sondern wissenschaftlich gesehen Lachnummern. Und Juristen sind auch nicht gerade dafuer bekannt oekonomischen Sachverstand zu haben. Und wuerde die EZB die Zinsen jetzt abrupt anheben, waere Report Muenchen wahrscheinlich die ersten die schreien wuerden, ob der ruinierten Haeuslebauer, deren Finanzplaene platzen wuerden. Selten so einen populistischen Mist in der ARD gesehen, eigentlich sollte man sich beim Rundfunkrat ueber die Halbwahrheiten beschweren.

    • Und wieso sollte man gerade ihren Thesen folgen, wenn sie schon „promovierten“ Experten ihren Sachverstand absprechen?
      Welcher verfassungsrechtlichen Qualifikation sollte man mehr trauen?
      Wenn sie von Halbwahrheiten sprechen, dann benennen sie doch ihre nachvollziehbaren und belegbaren Wahrheiten.

      Vermutlich sind sie sich darüber bewusst, dass das Internet voll von „Experten“ ist, die ihre tatsächlichen Möglichkeiten und Fachkenntnis etwas überschätzen.

      • Er sprach davon promovierter Oekonom zu sein, inwieweit das eine juristische Ausbildung beinhaltet ist mir nicht bekannt.

        Spielt aber eben auch nur eine untergeordnete Rolle da er in erster Linie öknonisch argumentiert (zumindest im letzten Absatz).

        Ich finde den Begriff Halbwahrheiten gar nicht so weit hergeholt. Letztlich stehen sich hier zwei unterschiedliche Rechtsauffassungen gegenüber (nämlich die der Experten im Beitrag und jener der EZB) – welche davon zählt muß ein Gericht beurteilen

    • Zur Definition des Eigentumes lesen Sie bitte Art. 14 GG:

      (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

      (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

      Besonders Absatz 2 setzt klare Grenzen zur Enteignung, die faktisch durch die EZB ausgeheblt wird ohne eine Entschädigung dafür vorzusehen.
      Das ist verfassungswidrig. „Zum Wohle der Allgemeinheit“ ist ebenfalls fragwürdig. Seit wann erfasst das deutsche Grundgesetz die europäische Allgemeinheit?

      • Es wäre wenn dann Absatz drei, nicht zwei.

        Also ich finde die aktuell sehr niedrigen Zinsen bei einer Verschuldung der BRD von ca. 2 Billionen € sind schon großes Plus für das Allgemeinwohl, denn davon profitieren alle Steuerzahler und nicht nur die Sparer.

        Ob das verfassungswidrig ist oder nicht sollten meiner Meinung nach die Verfassungsrichter klären. Da es den Niedrigzins schon eine ganze Weile gibt frage ich mich natürlich weshalb sich das Verfahren derart in die Länge zieht…

      • Wenn Negativzinsen als Enteignung bezeichnet werden, dann müssten Positivzinsen als was bezeichnet werden? Sind die denn überhaupt rechtlich Haltbar? Zudem gibt es bei unterschiedlichen Banken unterschiedliche Zinssätze, die wären ja dann möglicherweise auch nicht reichlich Haltbar.
        Diese ganze Enteignungsdiskussion bei Negativzinsen ist bizarr .

        Als es Positivzinsen gab wurden Kreditnehmer enteignet, weil sie nicht den wahren Betrag zurückzahlen mussten, sondern einen von der EZB oder Bundesbank festgelegten Zuschlag aufbringen mussten – also Enteignet wurden nach der in diesem Forum herrschenden Meinung.

        • Geld ist lediglich ein Tauschmittel. Betrachten sie mal einen anderen Tausch: Sie leihen mir ihr Auto und ich ihres. Beim Zurücktauschen behalte ich die beiden Vorderräder, die ich später für meinen Wagen verwenden kann. Mein Wagen dient dem Allgemeinwohl, weil ich Senioren damit zum Einkaufen chauffiere.

          Sind Sie auch damit einverstanden?

          Korrekt: Absatz 3 war gemeint

        • Positivzinsen sind der Ertrag des Sparers, dass sie anderen liquide Mittel zur Verfügung stellen, die liquide Mittel benötigen.
          Zum Beispiel in Form von Krediten für Unternehmen. Das ist eine Art Belohnung und Ertrag des Sparers, der damit Dienstleistungen für Banken möglich gemacht hatte und Kredite überhaupt möglich werden lässt.

          Wenn Sparer massenhaft ihr Geld von den Banken abziehen, kommen auch die Banken sehr schnell an den Ruin. Sie können dann gar keine Kredite mehr vergeben.
          Aber genau das war eines der Ziele Draghis, das mehr Kredite vergeben werden sollen und eine Verteuerung erzwungen werden sollte.
          Für die hochverschuldeten Länder im Süden gibt es kaum Anreize ihre Ausgaben zu überdenken. Notwendige Investitionen und Reformen am Arbeitsmarkt bleiben aus.

          Und das nur, weil diese Länder „to big to fail“ sind?
          Wir finanzieren die südländische Trägheit. Dort finden sich unsere Zinsen wieder.

          Mal sehen, wie lange das gut geht.

          • @Schneiderjahn:

            Diese „Südländer“ haben einen entscheidenden Fehler gemacht: Zum einen nahmen sie die Kredite auf mit deren Zins die deutsche private Altersvorsorge bezahlt werden sollte. Hätten sie es nicht gemacht wären schon zur Einführung der Riesterrenten die Zinsen drastisch gesunken.
            Zum anderen haben sie ihre Banken gestützt als diese 2008 in die Krise rutschten. Eben weil diese BANKEN „too big to fail“ seien. Dasselbe haben wir hier übrigens auch gemacht.

            Von daher mal eine Frage außer der Reihe, wieso sollten eigentlich andere Länder deutsche Renten bezahlen? Und glauben Sie wirklich das in einer globalisierten Finanzwelt der kleine Bäcker nebenan mit seinem Kredit Ihre X% Sparbuchzins bezahlt? Und falls ja, was glauben Sie woher der Bäcker das Geld nimmt…?

      • Was hat das Thema „Negativzinsen“ mit dem Thema „Enteignung“ zu tun?

        Enteignung ist der Eingriff des Staates in privates Vermögen gegen den Willen des Vermögenseigentümers.

        Hier wird aber niemandem etwas gegen seinen Willen weggenommen.

        Die Sparer haben ihr Geld freiwillig zur Bank gebracht bzw. lassen es dort freiwillig liegen, ohne es abzuheben trotz Kenntnis der Negativverzinsung.

        Niemand muss sein Geld einer Bank geben. Wer dies trotzdem freiwillig tut und mit der Bank vereinbart, dass sie nur einen Teil davon wieder zurückzahlt, hat sich bewusst dafür entschieden. Jeder kann sein Geld abheben und unterm Kopfkissen lagern. Niemandem wird gegen seinen Willen etwas wegegnommen!

        Und es gibt auch keinen Anspruch darauf, dass die private Bankwirtschaft oder gar der Staat eine Einrichtung zur Verfügung stellen muss, die privates Geld vermehrt.

        Das ist Marktwirtschaft: Niemand ist gezwungen, fremdes Geld zu vermehren, und niemand hat einen Anspruch darauf, dass sein Geld vermehrt wird.

        Wer es anders will, soll selber eine Bank gründen und mit seinem Geld fremdes Geld vermehren. Dann wird er aber schnell sehen, dass das wohl doch keine so gute Idee ist. Also, warum sollen es dann andere tun?

        Es gibt keine Pflicht Geld bei Banken zu lagern!
        Es gibt keinen Anspruch auf Positivverzinsung von Guthaben!

        Ob es politisch so gewollt und sozialpolitisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, st eine andere Frage. Aber jedenfalls sind Negativzinsen keine Enteignung und auch nicht rechtswidrig.

  7. Geld zu verwalten ist eine Dienstleistung. Genauso wie die Vermietung eines Autos eine Dienstleistung darstellt. Aber niemand käme auf die Idee, dass der Autovermieter dem Mieter eine „Gebühr“ bezahlen muss, dafür dass er den Wagen mietet.

    Oder wie wäre das Beispiel bei Wohnraumvermietern. Der Mieter bekommt Geld für das Mieten?

    Völlig abstrus.

    • Keineswegs.

      Ein Scherenschleifer schleift Scheren und andere Klingen. Früher war das eine angesehene Dienstleistung. Dann wurden Besteck und Scheren massenhaft industriell produziert, und zwar so preiswert das diese Dienstleistung schlicht nicht mehr nachgefragt wurde.

      Den Banken ergeht es gerade recht ähnlich. Das Angebot Geld aufzunehmen (sprich vom Sparer zu leihen) ist sehr viel größer als die Nachfrage nach Krediten (an Unternehmen, private und Staaten). Grundsatz der moderenen Wirtschaftslehre: Angebot und Nachfrage regulieren den Preis. Der Preis für Kapital ist der Zins. Und wann immer das Angebot einer Ware die Nachfrage deutlich übersteigt verfällt der Preis.

      Daran ist also nichts abstruses, es ist schlicht Marktwirtschaft.

  8. Liebe BR-Report-Redaktion,
    ich schätze die öffentlich-rechtlichen Medien sehr und halte sie für unsere Demokratie für unentbehrlich.

    Deshalb ärgere ich mich, wenn unsauber berichtet wird.

    Was war das für eine unsinnige Grafik, in der der Zinssatz linear mit konstantem Abfall nach unten ging? Was soll diese unwissenschaftliche und leider auch unseriöse Zeitschiene, in der zwischen den Terminen 11.06.2014, 10.09.2014, 09.12.2015, 16.03.2016 und 18.09.2019 immer derselbe Zeitabstand war? Seit wann sind ca. 3 Monat = ca. 15 Monate = ca. 3 Monate = ca. 39 Monate? Was ist das für ein Maßstab? Linear? Logarithmisch? Esoterisch?

    Sind Sie sich nicht bewußt, dass Sie mit solchen kleinen Unkorrektheiten diesen „Lügenpresse“-Schreihälsen in die Karten spielen?

    Man kann solch eine Grafik seriös und mathematisch genau darstellen, ohne durch solch einen fiktiv-willkürlichen Maßstab das Thema unnötig zu dramatisieren.

    Ich halte diese Darstellung jedenfalls für einen eindeutigen journalistischen Fehler.

    Und Sie sollten die falsche Aufbereitung und Darstellung von Fakten doch lieber allein der AfD überlassen. Die kann es sehr viel besser, wie sie zuletzt durch ihr Gutachten voller fehlerhaft interpretierter Zahlen gezeigt hat. (Sehr gut von tagesschau.de dargelegt!) Dies sollte auch weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal der AfD bleiben.

    P.S.
    Der angemessene Maßstab wäre hier ein linearer Maßstab.

  9. Nachtrag

    Verfassungsrechtlich bedenklich könnten höchstens 2 Aspekte sein:

    1. Für die Banken – nicht die Sparer! – könnte es eine verfassungwidrige Enteignung sein, wenn sie zum einem gezwungen wären, ihr Geld bei der EZB zu parken und dafür (Negativ-)Zinsen zahlen müssten. (Sparer sind dagegen nicht gezwungen, ihr Geld zur Bank zu bringen.)

    2. Für die Verbraucher könnte lediglich verfassungswidrig sein, dass sie bestimmte Geschäfte bargeldlos abwickeln müssen (z.B. auch für die steuerliche Anerkennung von haushaltsnahen Dienstleistungen oder auch wegen Bekämpfung von Schwarzgeld), wenn es dafür keine kostenfreien (Giro-)Konten bzw. wenn es nur noch Konten mit Negativzinsen gibt. Zur Zeit gibt es aber noch Gratisgirokonten, alledings schon nicht mehr für jeden Verbraucher wegen Mindestgeldeingang o.ä.

    Es gibt aber keinen Anspruch auf kostenfreie Sparkonten (also ohne Negativzinsen) oder gar Positivverzinsung.

    Es ist ja gerade ein soziales Problem, dass die einen für ihr weniges Mindesteinkommen (von dem sie nix sparen können) hart arbeiten, während wenige andere ohne jegliche Arbeit von ihren Zinsen aus ererbtem Vermögen gut leben können, weil ihr Geld angeblich „arbeitet“. (Also ich habe Geld noch nie arbeiten gesehen, weder Brot backen, noch Straßen bauen o.ä.)

  10. Es wäre nett, wenn man vorher mitteilen würde, wie lange hier eine Diskussion moderiert wird.
    Dann könnte man sich darauf einrichten, keine Antworten mehr zu bekommen.

    • Sehr geehrte/r Frau/Herr Maier,

      die Beiträge im Blog werden zeitlich unbegrenzt freigeschaltet, die Freischaltung erfolgt nur außerhalb der Sendungstage nicht täglich.

      Mit freundlichen Grüßen
      report Redaktion

      • Besten Dank für den Hinweis. Das fördert die Diskussionskultur.
        Schönen Dank auch für ihre Afbeit und die informativen Berichte.

        Anton Maier

  11. Das Verhängen von Negativzinsen ist eine wirtschaftspolitische Entscheidung. Sie resultiert aus einem Überangebot an Kapital. Als in den 70er Jahren massiv ausländisches Kapital zu Spekulationszwecken in die Schweiz floss, stieg der Franken massiv im Wert. Dies verteuerte die Exporte der Schweiz enorm. Um die Exportindustrie zu entlasten wurden Negativzinsen auf ausländisches Kapital erhoben. ERGO: Der deutsche Sparer subventioniert mit der Schrumpfung seines Guthabens vor allem die deutsche Expotindustrie und weniger, in Form eines Bundesbank- Finanzausgleiches, andere europäische Länder, die es mit dem Sparen nicht so hatten. ich freue mich schon wieder auf die hetzerischen, antieuropäischen Schlagzeilen der Boulevardpresse. Sarkasmus: off

  12. Das waren ja sehr interessante Kommentare zu lesen, die gleichzeitig offensichtlich Informationslücken aufdecken.
    Ich hoffe, in kommenden BR-Reporten wird das Thema nochmals vertieft.
    In der Sendung hieß es ja, dass die Banken ihre Gelder über Nacht bei der Bundesbank „parken“ müssen und tagsdrauf die Entwertung an die EZB abfliesst?

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