Allein zu Haus – Senioren als Opfer für den Corona-Exit?


Rund 17,5 Millionen Menschen in Deutschland sind über 65 Jahre alt. Sie zählen zur Corona-Risikogruppe und sollen deshalb weitgehend daheimbleiben. Immer wieder gibt es auch Stimmen, die eine längere Quarantäne nur für die Seniorinnen und Senioren fordern, damit die Jüngeren wieder normal leben können. Was denken Deutschlands Senioren, die oftmals alleine leben müssen über diese Pläne? Mehr

 

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  1. Bereits jetzt, beim momentanen „Exit-Light“, sind die Senioren und alten Menschen Opfer der Situation. Während sich lange Schlangen vor den Technikmärkten und Modehäusern bilden, bleiben gleichzeitig die Alten zu Hause von wichtigen Leistungen in der auferlegten Isolierung abgeschnitten. Pflegeeinrichtungen haben einen Aufnahmestop, Ärzte und medizinische Einrichtungen konsultieren, wenn überhaupt, aus der Ferne am Telefon, notwendige Behandlungen werden nicht durchgef¨ührt. Angehörige sind ebenfalls den Abstandsregeln unterworfen und dürfen die direkte häusliche Pflege nicht übernehmen Es ist eine bizarre Situation, fast könnte man meinen, die alten Menschen seien die Infizierten, an die sich keiner herantraut Die zunächst sicherlich richtige Strategie, die ältere Bevölkerung vor dem Virus zu schützen, ist in Gefahr, sich ins Gegenteil zu wenden.
    Jens K¨öster

  2. Meine Mutter hat in einem Seniorenheim eine Servicewohnung.. Es gibt keine offiziell infizierte. Während die Servicebewohner in anderen Gebäueteilen Ausgangs-und Besuchsrechte haben, bleibt meine Mutter gegen Ihren willen isoliert. Wenn Sie das Haus verlassen würde, darf Sie nicht mehr in Ihre Wohnung zurück.. Die Heimaufsicht erklärte sich für nicht zuständig für die nicht Vollzeitpflege. Diese Wohnsituation ist unerträglich, da meine Muttermit Pflegestufen 2 auch wegen andere Gebrechen auf zusätzliche Hilfe angewiesen ist. Angehörige dürfen plötlzich keinerlei Hilfestellung mehr geben. Die Pflegedienste tun NUR das ärztlich verordnete. Eine Neueinstufung der Pflegekasse findet frühstens in 3 Monaten statt. Notwendige Behandlungen und Untersuchungen finden plötzlich nicht mehr statt. Auch das Aufsuchen oder der Besuch eines Notars wegen Testament und Vorsorgevollmachten Anbetracht der akuten Bedrohung bleibt verboten. Eine Haushaltshilfe darf seit 4 Wochen nicht mehr kommen. Das Besuchsverbot bedeutet im Ergebnis nicht nur Isolation und Ausschluss sondern verhindert eine alten gerechte Betreuung und Unterstützung eines menschen würdiges gesundes Leben ! Zudem gefährdet die erzwungene räumliche Nähe zu eine Vollzeitpflegeeinrichtung mögliche Infektion zusätzlich. Das Verbot sich auf keinen eigene Verwande oder Vertraute verlassen zu dürfen ist ein Verbrechen am Alter und an den Menschen.
    Zugespitzt :Alte dürfen nicht mehr würdig und gesund leben aber dafür an allem anderen Sterben- nur nicht an Corona!

  3. Das auch kleine Kinder in Isolation gezwungen werden, ist auch ein Fakt. Leider keiner, über den jemand diskutiert. Dabei leiden auch Kindergartenkinder unter der Isolation, aber offenbar haben diese keine Lobby.

  4. Langsam ärgere ich mich, dass ständig nur über dje armen Alten berichtet wird. Ja, es ist nicht schön. Aber Sätze wie „wir sollen isoliert Leben damit die Jungen feiern können“ ( oder so ähnlich) bringen mich auf die Palme. Mein Sohn wurde am Ostersonntag 18. Suoerparty mit Eltern und Bruder.. … Oma hat angerufen. Die Jungs halten sich brav an die Kontaktsperren um das System zu schonen und Alte und Kranke zu schützen. Führrrschein auf Eis,, Nebenjob weg, keine Abifeier und die gesamten Zukunftspläne (Auslandsjahr) geschrottet. Dabei ist bei den Jungen das Risiko eines schweren Verlaufs eher gering. Die Stimmung kippt langsam. Warum sollen wir zu hause bleiben wenn die Alten völlig unvernünftig im Baumarkt rumturnen am besten noch zu den Stoszeiten.ohne Schutzmasken und gerne auch ohne Abstand zum Verköufer. ( ich sehe es ständig denn ich arbeite in einem Gartdncenter ). Dieses Verhalten finden wir extrem undankbar, auch dem Pflegepersonal gegenüber.
    Also auch die Jungen bringen Opfer, wieviele kleine Kinder und Jugendliche durch die Isolation leiden und vielleicht bleibende Störungen erleiden ist wohl wurscht. Also bleibt mal zu hause, wir müssen es auch und wenn sich alle dran halten wird es schneller möglich sein, wieder normaler zu leben. Danke.

  5. Leider ist die provokative Aufmachung der Sendung „Junge gegen die Alten“ völlig unsensibel am Thema vorbei formuliert worden. Warum polarisiere Sie damit vorsätzlich eine soziale Spaltung? Bisher ist das gesamtgesellschaftliche Verhalten doch von starker Solidarität geprägt! „Die Alten“ sollen nicht zu Hause bleiben, damit die Jungen normal leben können, nein, sie bleiben zu Hause, um sich zu schützen. Die Betonung darauf, dass die Jungen die Alten opfern ist sehr sehr unglücklich und schlicht nicht zutreffend!

  6. Längst geht es um die Ressource Freiheit. Waren bis vor kurzen noch ca 95% für Freiheitseinschränkungen findet innerhalb kürzester Zeit plötzlich eine Mehrheit von ca 65% für Lockerungen. Was ist da plötzlich passiert, was ich nicht mitbekommen habe. Leider findet sich noch eine herrschende namhafte Mehrheit, welche gefährdete Gruppen geschützt sehen wollen. Ich nenne das weggesperrt. Weggesperrt weil es an Corana schutzimpfung und Medikamenten fehlt. Um Pflegepersonal zu schützen braucht es ausreichend Schutzkleidung und Masken. Dies werden aber erst mitte Mai 2021 in D produziert. Deshalb sollen diese Menschen weggesperrt und isoliert bleiben. Ich nenne diesen Vorgang Schutzisolationshaft. Und an Gruß an all jene die das Wort -Solidarität -hier leider unpassend stapazieren.
    Es ist weniger die Solidarität, sondern die Angst der nicht Risikogruppen vor einer möglichen Ansteckung die grassiert. Würde man sonst die Risikogruppen mit ihreren Ängsten und gebrechen vollkommen allein lassen den Trost verweigern und sogar noch das Demonstrationsrecht einschränken??

  7. Ich verstehe diesen Titel nicht?

    Er suggeriert, dass ältere Leute alle separiert in Altenheimen leben würden. Das ist nicht so. Ausserdem sind zahlreiche weitere Risikogruppen gar nicht unbedingt alt.
    Deshalb sind mir diese Generationendiskussionen müßig. Wenn wir Art. 1 des Grundgesetzes hochhalten wollen, dann stellt sich die Frage nicht.
    Der Staat darf die Wertigkeit von Menschen nicht beurteilen.

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