Alternative Biomethan? – Die deutsche Politik setzt einseitig auf Elektromobilität

Wie heißt das Antriebskonzept der Zukunft? Die Antwort der deutschen Umweltpolitik ist eindeutig: Elektromobilität – obwohl es viele ungelöste Probleme gibt. Dass es eine Alternative gibt, deren Ökobilanz mindestens genauso gut ist und zudem serienreif und viel wirtschaftlicher, nehmen Umweltverbände und Politik kaum wahr. Der Staat fördert Biomethan im Gegensatz zur Elektromobilität kaum. report München über eine bislang unterschätzte Alternative. Mehr

 

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  1. was kann ich Tun damit sich das ändert! daran sieht man doch das die In berlin Konzern gesteuert und einäugig sind. Ja die E autos sind momentan ein absoluter fehlgriff

  2. Die Aussage in ihrem Bericht: mit 4 Ballen Stroh, in Biogas umgewandelt, kann ein PKW ein ganzes Jahr fahren, ist vorsichtig ausgedrückt fragwürdig!

    • Mehr Informationen hierzu bei Verbiogas.de
      Mit vier Rundballen Stroh,je 500kg schwer fährt ein VW Golf mit CNG Motor 11500 km weit, also eine durchschnittliche Jahresfahrleistung.
      Diese Aussage ist nicht fragwürdig, sondern belegbar.Das Stroh entstammt der Menge , die als Abfallprodukt auf den deutschen Feldern liegen bleiben, etwa 13 Millionen Tonnen.
      Als Abfallprodukt entsteht bei dem Gärverfahren zu Bio- Methan ein hochwertiger Dünger.

    • Damit sind Großballen gemeint. Aus vier Großballen kann man wirklich 500 Kilogramm Bio-Methan erzeugen. Und das reicht bei meinem Skoda Octavia G-Tec (also mit CNG) mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,6 kg (H-Gas) auf 100 km für knapp 14.000 km.
      Das ist doch enorm, oder? Und das mit einem Abfallprodukt!
      Wenn man jetzt noch die Möglichkeit dazu nimmt, aus überschüssiger regenerativer Energie CNG herzustellen (Power-to-Gas), dann erkennt man wie viel Potential im CNG-Krafstoff liegt.
      Es gibt noch viel zu tun, packen wir’s an!!

    • Sehr geehrter Herr Rakowitz,
      anbei einige Informationen, die in so einem Fernsehbericht einfach leider keinen Platz haben, die aber meines Erachtens belegen, dass es durchaus möglich ist, mit 2 Tonnen Stroh, das entspricht 4 bis 5 der im Filmbeitrag zu sehenden Ballen, einen PKW ein ganzes Jahr lang zu versorgen.

      Gemäß den Angaben des DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) beträgt die durchschnittliche Fahrleistung eines Mittelklasse-PKW ca. 11.100 – 11.500 km pro Jahr. Das ist die Grundlage für die Berechnungen von Verbio, was Herr Sauter auch in seinem Statement ausdrücklich erwähnt.

      Bei einem Mittelklassewagen wie Audi A4 gtron oder auch der ehemalige CNG-Passat (den es aktuell nicht gibt) liegt der CNG Verbrauch lt. Herstellerangabe bei ca. 4,5 kg/100 km.

      Aus diesen beiden Größen ergibt sich ein jährlicher CNG- bzw. Biomethanbedarf für solch ein Fahrzeug von 513 kg CNG/Biomethan pro 11.500 km im Jahr. Das entspricht einem Energiegehalt von ca. 6700 kWh bzw. 24.000 MJ
      Diese Menge Biomethan kann Verbio mit der von der Firma exklusiv entwickelten Technologie aus dem Einsatz von 2 Tonnen Stroh herstellen. Aus Gründen des Know-How-Schutzes veröffentlicht das Unternehmen allerdings nicht seine genaue Massebilanz. Es betont aber, bei der Biomethan-Produktion eine völlig andere Technologie einzusetzen als die kleinen landwirtschaftlichen Anlagen. Diese verstromen meist das von ihnen produzierte Biogas. Allein durch ihre Kleinheit sind sie mit der industriellen Produktion bei Verbio nicht vergleichbar. Ich habe mit am Standort Schwedt an der Oder selbst ein Bild machen können. Etliche Aufnahmen waren ja auch in dem Beitrag zu sehen.

      Die Stroh-Biomethan-Anlage in Schwedt an der Oder ist Teil des NER300-Projektes der EU zur Entwicklung von Technologien zur Nutzbarmachung von zellulosehaltigem Material (wie eben Stroh). Im Rahmen dieses Projektes wird die Entwicklungstätigkeit natürlich auch in regelmäßigen Audits überwacht. Dort ist die Anlage mit der Angabe gemeldet, dass aus 40.000 Tonnen Stroh ca. 136 GWh Biomethan hergestellt werden können.
      Die Biomethananlagen der Verbio AG sind in Dimension, Technologie und Bauweise nicht mit den kleinen landwirtschaftlichen Anlagen vergleichbar.
      Verbio produziert bereits seit 7 Jahren Biomethan in industrieller Größenordnung. Seit 4 Jahren nunmehr auch aus 100 % Stroh. Im letzten Jahr wurden von Verbio insgesamt 600 GWh Biomethan hergestellt. Die größte Biomethananlage von Verbio hat eine Leistung von 65 MW. Zum Vergleich: eine kleine landwirtschaftliche Anlage hat eine Kapazität von 0,5 bis maximal 5 MW.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christoph Arnowski

  3. Wann wird diese Beitrag online gestellt? Wir im Klimabündnis Weserbergland, Klimabündnis Stadtoldendorf, diskutieren hierzu intensiv! Möchte dieses Video den Teilnehmenden als Link umgehend zukommen lassen.

  4. Wenn man den Bericht gesehen hat und die Angaben so stimmen ist die Partei die Grüne wegen Unfähigkeit und Scheinheiligkeit aufzulösen. Wie können die Verantwortlichen so Ahnungslos sein und sich am Ende aus dem Gespräch ziehen weil Sie einen Zug erreichen will. Sorry hier werden aus Unwissenheit die falschen umweltschädlichen nicht ausgereiften Techniken und Projekte gefördert und besseren ausgereifte und seid 8 Jahren erprobte Alternativen gestoppt bzw. behindert. Liegt es an der Lobby der Auto- und Elektroindustrie?

    • Lieber Frank R.
      wieder einmal nur bashing und keine eigenen Argumente. Einfach sich irgendwie an einen selbstbestätigenden Bericht ranhängen.

      Die SPD-Bundesumweltministerin ist nicht bei den Grünen. Und die grüne Umweltsenatorin hat darauf hingewiesen, dass man Deutschland nicht zum Strohballenland machen kann. Dies ist keine nachhaltige Landwirtschaft, sondern Intensivlandwirtschaft. Der trockene Sommer zeigt mit den Einbußen, dass hier keine Lösung ist. Oder es regnet mal wieder zu viel, genauso dumm.

      Und wenn eine solche Industrie aufgebaut ist, sollen dann die Rohstoffe wieder aus aller Welt kommen, nur dass wir Biomethan haben? Transportenergie? Umwandlungsenergie? Es wurde keine echte Energiegesamtbilanz präsentiert, aus gutem Grund, wegen fehlender Stichhaltigkeit.

      Ich plädiere nicht für wilden Aktionismus in der Elektromobilität, sondern für Energieeffizienz, Berücksichtigung der Biodiversität, Umweltverschmutzung und echte Nachhaltigkeit. Auch in Hinsicht auf unsere Nachkommen. Und nehmt endlich den Bleifuß vom Gas und schaltet den Verstand ein.

    • Sehr geehrter Herr Frank R., zu den Schlussfolgerungen, die Sie wegen meines Beitrages ziehen, möchte ich mich natürlich nicht äussern. Nur drei kleine Anmerkungen: die Bundesumweltministerin, die zum Zug musste war eine SPD-Politikerin: Svenja Schulze. Die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther ist parteilos, aber von Bündnis90/Grüne ins Amt geschickt worden. Und zu Ihrer abschließend gestellten Frage: diese Vermutung habe ich während meiner mehrmonatigen Recherchen immer wieder gehört, den Nachweis dafür zu führen, ist aber wie so oft im Leben, äusserst schwierig. Ich habe mich daher in meinem Beitrag auf die Darstellung von Zusammenhängen beschränkt, für die ich entsprechende Belege habe.

      Mit

      Mit freundlichen Grüßen

      Christoph Arnowski

  5. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ökobilanz für die Elektromobilität nicht allzu rosig ist (Seltene Erden, Herstellungsprozess, Batterie…). Allerdings fand ich den Beitrag eher plakativ dargestellt. Es war nämlich nicht die Rede davon, welchen ökologischen Fußabdruck das Biomethan mit sich bringt. O.k., es mag sauberer verbrennen als Benzin oder Diesel, aber es fällt ja nicht vom Himmel. Wenn Stroh und damit Kohlenstoff (C) dem Boden entzogen wird, fehlt es für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und der C-Speicherung im Boden in Form von Humus. Der absolut größte Teil der landwirtschaftlichen Produkte, die in Biogas umgewandelt werden, entstammen der konventionellen Landwirtschaft. Die Produktion des mineralischen Düngers kostet sehr viel Energie und trägt zur Stickstoff (N)- und CO2-Problematik bei. Die intensiven Ackerbauflächen sind ein Grund für den Verlust der Artenvielfalt, besonders auch durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Wer bezahlt die Verschmutzung der Luft und des Wassers mit N-Verbindungen und Pflanzenschutzmitteln? Wer kann die Folgen des dramatischen Insektensterbens absehen und wer bezahlt diese? Wahrscheinlich diejenigen, die „Bio“gas herstellen 😉 Also bitte, wenn von Ökobilanzen die Rede ist, dann konsequent die Syseme innerhalb gleicher Systemgrenzen vergleichen! Danke 🙂

  6. Hallo,
    sie haben Werbung für BIO Methan gemacht. Leider haben sie nicht erklärt wo die ca. 4 Millionen Tonnen CO2 jedes Jahr bleiben, die bei der BIO Methan Erzeugung entstehen. Nach heutigen Stand der Technik hat nur das Wasserstoff-Elektro Fahrzeug eine Zukunft. Dieses funktioniert mit der alternativen Stromerzeugung. Dazu gehört, das alle versiegelten Flächen mit Fotovoltaik ausgestattet werden. Auch dürften neu gebaute Häuser nicht mehr ohne Fotovoltaik genehmigt werden. In der Energienutzung darf in der Zukunft das Wort CO2 nicht mehr vorkommen. Auch Lebensmittel für Mensch und Tier aus der Natur, dürfen nicht in den Tank.
    Nette Grüße
    gieselkalk

    • Sehr geehrte(r) Frau oder Herr Giesekalk,
      ob es ca. 4 Millionen Tonnen CO2 sind, die jedes Jahr bei der Biomethanproduktion freigesetzt werden , vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ich kann Ihnen den gerne den grundsätzlichen Zusammenhang genauer erklären, wozu in einem Stück wie dem in report München leider keine Zeit ist.
      Sie haben Recht, bei der Reinigung von Biomethan nach der Vergärung fällt CO2 an. Aber in der Gesamtbilanz, wonach der Kraftstoff Biomethan den CO2-Ausstoß um mindestens 90 Prozent reduziert wird das berücksichtigt. Natürlich entsteht auch bei der Verbrennung des Kraftsstoffes im Ottomotor eines CNG-Fahrzeuges CO2. Aber auch dies ist in der Gesamtbilanz berücksichtigt. Dieser Gesamtbilanz wird entgegengehalten, dass natürlich auch CO2 entstehen würde, wenn das Stroh wie bisher in den Boden zu dessen Verbesserung eingebracht würde und dann dort natürlich verrotten würde. Auch dabei entsteht CO2. Und nicht nur das, sondern das etwa um den Faktor 25 schädlichere Klimagas Methan, das dann unkontrolliert in die Atmosphäre entweicht. Diese Problematik taucht immer auch im Zusammenhang mit der Betrachtung auf, dass ein hoher Fleischkonsum kliamschädlich ist. Weil das, was die Rinder beispielsweise aus ihrem Darm in gasformiger und mehr oder weniger flüssiger Form entlassen, auch viel Methan enthält. Deshalb gibt es bereits Studien der US-amerikanischen Umweltbehörde CARP, wonach der Treibstoff Biomethan sogar positive Effekte für den Klimaschutz hat, sofern er, was möglich ist, aus tierischen Fäkalien gewonnen wird. Sogenannter negativer CO2 Effekt!! Wenn aber Stroh zu Biomethan vergoren wird, entweicht kein Methan unkontrolliert in die Atmosphäre, sondern es wird verbrannt. Zugleich gibt es auch Anwendungsfälle, wo das in Biomethan anfallende CO2 für weitere Prozesse genutzt wird. Zum Beispiel bei der Herstellung synthetischen Gases mit Windenergie, wie sie der Hersteller AUDI im niedersächsischen Werlte nutzt. Leider war auch dafür kein Platz im Stück. Im Prinzip funktioniert das so. AUDI produziert in einem ersten Schritt aus Wasser mittels der sehr energieaufwändigen Elktrolyse Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O²). Die grüne Energie liefern Windräder. Im zweiten Schritt führt man H und CO² aus der benachbarten Biomethananlage zusammen. Daraus wird CHvier (leider hat meine Tastatur keine kleine 4 zum Hochstellen). CHvier ist aber das gleich Molekül, aus dem fossiles Erdgas und Biomethan bestehen. Dieses sogenannte Windgasverfahren ist eine weitere Möglichkeit, einen völlig klimaneutralen Treibstoff für Ottomotoren herzustellen. Dank Windenergie, die, wie wir alle wissen im Überfluss vorhanden ist. Nebenbei lässt sich ein großes Problem regenerativer Energie damit lösen. Durch die Umwandlung in Methan ist Windenergie billig und problemlos zu speichern. Das deutsche Erdgasnetz ist der bei weitem größte Energiespeicher des Landes!!
      Auf Ihre Argumente pro Elektro will ich jetzt an dieser Stelle gar nicht eingehen, das war ja auch nicht Thema meines Beitrages. Nur ein Punkt zu Ihrem letzten Satz: Wenn ganze Felder in Solarfelder umgewandelt und damit der Nahrungsmittelproduktion entzogen werden, so wie ich es aus Niederbayern, regt sich kein E-Mobilitätsfan darüber auf. Aber dass Lebensmittel nicht in den Tank dürfen, ist ein beliebtes Argument. Da erlaube ich mir doch darauf hinzuweisen, dass Stroh kein Lebensmittel ist: Und die Verbio-AG, die 90 Prozent des Biomethans produziert, das in Deutschland getankt wird, verwendet weder Mais, noch Raps noch andere nachwachsende Rohstoffe. Also auch in diesem Punkt scheint mir Ihre Kritik nicht berechtigt.

      Mit freundlichen grüßen

      Christoph Arnowski

      • Herr Arnowski,
        Sie haben es wohl immer noch nicht verstanden, jede produzierte Energieform, die mit Co2 in Verbindung steht ist schädlich. Auch jeder Verbrennungsmotor ist schädlich, da er ein miserablen Wirkungsgrad hat. Nur die Energieform Wasserstoff in der direkten Verbrennung oder über einer Brennstoffzelle in Strom gewandelt hat mit CO2 im Betrieb nichts zu tun. Auch Wasserstoff kann sehr gut gespeichert werden. Eine Wandlung von Wasserstoff in Biomethan ist vollkommen überflüssig. Der Verbrennungsmotor ist auf der Grundlage seines Wirkungsgrades einfach out. Oder können Sie den Autofahrer erklären, warum er für jeden gefahrenen Kilometer auf Grund des Wirkungsgrades, den 3 fachen Energiepreis bezahlen soll, damit er unter der Haube ein lauten, CO2 absondernden , Verbrennungsmotor hat?
        Nur, auch für Sie, nachlesbaren Information: Stroh besteht aus ca. 40% CO2. Tun Sie mir bitte einen gefallen und hören Sie auf, so einen Quatsch ohne richtige Recherche zu verbreiten. Es wäre auch noch ganz nett, wenn sie uns als Zuhörer mitteilen, von wem Sie gesponsert werden.

        • Hallo gieselkalk,

          es gibt momentan gute Gründe dafür, beide Mobilitätsformen zu unterstützen. Die E-Mobilität genauso wie das Fahren mit CNG.
          Wenn Sie Herrn Arnowski allerdings unterstellen gesponsert zu werden, dann könnte ich auch Sie dasselbe fragen.
          Ich mache es aber nicht.
          Also, bitte fair bleiben, dann diskutiert es sich besser.

          • Hallo Herr / Frau giselkalk,

            nur eine Frage habe ich an Sie: Wo beziehen Sie den absolut CO2-neutral hergestellten Wasserstoff?

            Ich habe da keine Idee…

            Liebe Grüße!

          • Hallo Herr Bäumer,
            ich bin nicht gesponsert, das kann ich garantieren. Aber ich möchte noch ein wenig leben. Die Industriepolitik der letzten 50 Jahre hat mich und viele andere ziemlich krank gemacht. Daher weiß ich wo von ich rede.

            So länger wir an der CO2 Technik, egal in welcher Form, festhalten, verhindern wir den Ausbau der CO2 freien Technik. Die Batterietechnik ist nicht meine Technik der Zukunft, aber die Erzeugung von alternativen Strom und dann das daraus gewonnene Wasserstoff als speicherbare Energie. Die Technik ist vorhanden, nur nicht der politische und industrielle Wille. Es gibt schon so viele versiegelte Flächen, wenn diese genutzt werden, von der Natur zu ernten, wird kein Kohlestrom und andere schmutzige Energie mehr benötigt. Auf jedenfall sagen das die offiziellen Forschungen. Null Energie Häuser gibt es schon heute.

            Heute können wir noch etwas ändern. Übermorgen ist es zu spät. An wen will die Industrie noch etwas verkaufen, wenn es keine Menschen mehr gibt. Oder haben wir nur noch Narzisten im Lande ( Wenn schon, dann müssen alle untergehen, also alles kleine Adolf’s )?
            Ich wünsche alle eine gesunde Zukunft und erholsame Feiertage.
            gieselkalk

          • Auch wenn ich nur für einen Elektroantrieb bin und nicht für die Batterietechnik, möchte ich doch noch klären, das zu jedem Verbrennungsmotor auch eine Batterie gehört. Also: Antriebe ohne Batterie wird es wohl so schnell nicht geben.
            Nette Grüße
            gieselkalk

          • Hallo KlaGo,
            ihre Frage kann ich nur beantworten, wenn sie mir mitteilen, was sie genau meinen. Wenn sie zb. alle Hilfsmittel mit einbeziehen, die zur Produktion benötigt werden, wird es immer irgendwo CO2 geben. Schließlich hat das ganze Leben mit Kohlenstoffe zu tun. Wenn sie den reinen Wandlungsprozess meinen, von elektrischer Energie in Wasserstoff und von Wasserstoff in elektrischer Energie, so ist dieser Prozess völlig CO2 frei. Hier spielen nur die Elemente Wasser, Sauerstoff und Wasserstoff eine Rolle. Natürlich wird für den ersten Schritt Energie benötigt. Eine Batterie kann auch nicht ohne Energie geladen werden. Wenn aber alles einbezogen werden soll, darf man dieses bei den Co2 haltigen Energieformen auch nicht vergessen. 1L Benzin, der in den Tank soll kommt nicht so aus der Erde, sondern muss erst mit Energie geborgen und mit Energie bearbeitet werden. Auch 1 Tonne Stroh kommt nicht ohne Energie in die Fabrik.
            Elektrische Energie kann wiederum mit den vorhandenen Werkzeugen mit der Hilfe der Sonne CO2 frei produziert werden. Die Werkzeuge dazu, heute wohl eher nicht.

            Wasserstoff hat folgende wesentliche Vorteile: es kann in Tanks gespeichert werden, mit der Hilfe von Sauerstoff kann damit direkt Hitze durch Verbrennung erzeugt werden und es kann zu elektrische Energie umgewandelt werden. Das alles CO2 frei.

            Nette Grüße
            gieselkalk

  7. Elektromobilität ist und kann kein Zukunftsmodell sein. Warum?
    1. Die Ressource von Lithium ist begrenzt, wie bei allen Rohstoffen. Bei optimistischer Schätzung sollen die Ressourcen bis ca. 2050 reichen.
    2. Die Entsorgung ist nicht gegeben. Bei den „normalen“ Batterien liegt lt. Umweltbundesamt die Receycling Quote bei ca. 45% im Jahr 2016. Ein professionelles Receycling von Lithium Batterien findet derzeit nicht statt und ist sehr aufwendig und derzeit auch nicht gewährleistet.
    3. Die Entsorgung landet schließlich als hochgiftiger Sondermüll auf unseren Deponien.

    Als Alternaive sehe ich den Wasserstoffantrieb. Warum wird hier nicht investiert?
    Seit den 80er entwickelt Mercedes die Brennstoffzelle. Und es funktioniert!!! Als Medium wird Wasserstoff verwendet und es gibt keine giftigen Abgase!
    Warum wird so viel Geld in die Elektro-Mobilität gesteckt, wenn doch gute und saubere Alternativen existieren?

    • Sehr geehrter Herr H.,

      zu Ihrer Frage, warum nicht in Wasserstoff investiert wird? Ich glaube, dass sehr wohl auch in die Wasserstofftechnologie investiert wird, dass aber diese Investitionen höher ausfallen würden, wenn sich die Politik nicht einseitig auf die Elektromobilität festgelegt hätte, was ja auch mehrere Experten in meinem Beitrag kritisiert haben. Nachteil der Wasserstoff-Fahrzeuge ist, dass sie, soweit ich das überblicke, im Moment noch nicht in Serie produziert werden und zudem noch eine weitere Tankinfrastruktur aufgebaut werden müsste. Letzteres gilt natürlich auch für die E-Mobilität.

      Der große Vorteil von CNG und Biomethan ist, dass es diese Tankinfrastruktur bereits gibt, wenn auch es natürlich wünschenswert wäre, dass zu den 900 CNG-Tankstellen in Deutschland einige hundert noch dazu kämen. Aber immerhin, man kann bei entsprechender Vorausplanung des Tankens auch jetzt schon nahezu jeden Ort problemlos in Deutschland erreichen. Und das mit in Serie gebauten, wirtschaftlichen und ökobilanztechnisch sehr gut abschneidenden Fahrzeugen. Diese sind zudem mehrere tausend Euro billiger sind als Elektromobile mit all ihren bekannten Problemen (Reichweite, ist der Strom überhaupt „grün“, mit dem sie fahren, etc.)

      Mit freundlichen Grüßen

      Christoph Arnowski

      • Hallo Herr Arnowski,
        Wasserstoff heißt E-Mobilität, den der Antriebsmotor ist ein Elektromotor mit hohen Wirkungsgrad (ca. 95% und besser). Wasserstoff kann direkt mit hohen Wirkungsgrad in elektrische Energie (Strom) umgewandelt werden (ca. 80% und besser). Ein Verbrennungsmotor hat einen schlechten Wirkungsgrad (ca. 30% und schlechter). Somit werden bei einem Verbrennungsmotor 50 bis 70% der Energie verschwendet. Nur der Benutzer muss auch die verschwendete Energie bezahlen. Schon alleine, aus diesem Grund ist jeder Benutzer schlecht beraten, der ein Verbrennungsmotor unterstützt. Nur die Hersteller von CO2 haltigen Kraftstoffen und die Hersteller von Verbrennungsmotoren verdienen gut. Wobei die Herstellung eines Antriebes mit Verbrennungsmotor ca. 70% mehr als die Herstellung eines Elektroantriebes für Wasserstoff kosten.

        Bei den Kosten hören ja angeblich der Spaß auf. Liebe Leser last euch nicht von der Industrie und Ihren Lobbyisten für Dumm verkaufen. Nicht VW und AUDI werden uns die bezahlbare mobile Zukunft zeigen, sondern die Asiaten.
        VW und Audi zeigen uns heute schon ihre gigantischen Gewinne, wobei wohl lug und trug eine große Rolle spielen.
        Die gigantischen Gewinne haben aber Sie als Leser und Autokäufer bezahlt.
        Nette Grüße
        Herr gieselkalk

    • Im Bahn Nahverkehr fahren seit 2018 die ersten Wasserstoff angetriebenen Triebwagen mit 500 KW Leistung. Die Technik stammt aus den Bussen, wo schon vor vielen Jahren die Technik eingesetzt wurde. Mit 500 KW können auch LKW’s fahren. Somit ist die Wasserstoff – Brennstoffzelle – Elektroantriebs – Technik für alle benötigten mobilen Antriebstechniken ausgereift vorhanden.

      Nette Grüße
      gieselkalk

  8. Ich bin es noch einmal. Es gibt nach meiner Meinung auch noch ein Rechen Fehler. Irgendwie klappt das mit den 4 Millionen Fahrzeuge nicht. Aber ihr seit bestimmt schlauer.

    • Sehr geehrte(r) Faru oder Herr Gieselkalk,

      dazu habe ich weiter oben in der Antwort an Herrn Rakowitz den Hintergrund erläutert. Ich bitte dort nachzusehen.

      Vielen dank, mit freundlichen Grüßen

      Christoph Arnowski

  9. Sehr geehrte Damen und Herren,
    das Thema ist ein alter Hut und eine geschönte Zusammenstückelung für eine Werbung für Biokraftstoffe.

    Rohstoffe vom Acker heißt Intensivlandwirtschaft und Humusverlust, da das Stroh nicht eingearbeitet wird, die Bodenfruchtbarkeit einseitig mit Kunstdünger erhalten werden muß. Zudem bleibt das Thema Entgasung von Gülle, die auch zuviel vorhanden ist, völlig unbehandelt. Das zeigt schon die Einseitigkeit. Witzig auch die Werbung mit Mercedesstern, die noch nie bei diesem Thema aufgefallen sind. Auch Seat ist wohl kein Zufall.

    Gut ist, dass Elektromobilität auch kritisch gesehen wird, aber immer nur im Fokus CO2 und nicht im Fokus Abgase. Denn der Seat hat bestimmt keinen Feinstaubkatalysator. Es geht immer nur um flotte Mobilität. Dass unglaublich viel Biomasse irgendwie in Industrieanlagen verarbeitet werden muss wurde ausgeblendet.

    Und eine SPD-Umweltministerin ist auch nicht gerade konsequent, die SPD ist noch nie mit Nachhaltigkeit aufgefallen und denkt auch nur an ungebremsten Wohlstand. Da können nur Unklarheiten rauskommen, wenn man keine wirkliche Ahnung hat.

    Fakt ist einfach, dass mit solchen Sendungen der Individualverkehr um jeden Preis erhalten werden soll, da ist jedes herbeigeholte Argument recht.
    Vor allem wenn die handelnden Personen nicht wirklich unabhängig sind.

    ADAC, Verbrennungsmotor-Professor, Unternehmenssprecher Biomethanhersteller, älterer Grüner, der evtl. an Biogasanlage beteiligt ist,…

    Die Zukunft ist eine optimierte Mobilität mit kleinen Fahrzeugen, die Wasserstoff als Grundlage verwenden. Das macht wenig Dreck, kann ohne größeren Eingriff in die Biosphäre nachhaltig erzeugt werden und verhindert unseren Verschwendungsanspruch zur „Wohlstandserhaltung“.

    Der Rest an Mobilität kann durch öffentlichen Verkehr und Sharing-Modelle abgedeckt werden.

    Doch ich glaube nicht daran, dazu sind die bestehenden Wirtschaftskräfte zu stark. Dann mal gute Nacht.

    • Sehr geehrte(r) Frau oder Herr Hubner,

      mein alter Englischlehrer hat immer gesagt „Glauben heiß nicht wissen“ und „Glauben gehört in die Kirche“. Soviel zum vorletzten Satz in Ihrem Kommentar. Wenn wir in Zukunft (Stichwort „Wasserstoff“) beginnen, das Klima zu schützen, könnte und dürfte es, so fürchte ich, zu spät sein. Mir ging es in meinem Beitrag darum, eine vorhandene , serienreife, wirtschaftliche und nachhaltige Alternative zur E-Mobilität aufzuzeigen, mit der man sofort zum Klimaschutz beitragen kann. Zu den weiteren Aspekten Ihrer Kritik verweise ich auf die Antworten an die anderen Kritiker dieses Beitrages weiter oben, um mich nicht zu wiederholen.
      Zu guter Letzt: Ja, Matthias Dittmer ist ein älterer Grüner, er ist sogar Gründungsmitglied der grünen Partei. Er ist freilich an keiner Biogasanlage beteiligt und genauso unabhängig wie der umweltpolitische Sprecher des ADAC Südbayern und Prof. Pütz von der Hochschule Landshut. Alle drei haben im Übrigen nur dafür plädiert, die Verkehrswende technologieoffen anzugehen. Als Lobbyist in eigener ist meines Erachtens nur der Vorstandsvortsitzende der Verbio AG Klaus Sauter aufgetreten. Und das für alle Zuschauer natürlich erkennbar. Dass der Fuhrparkchef der Stadtwerke Ausgburg ebenfalls Biomethan als die bessere Alternative dargestellt hat, ist Ihnen keine Erwähnung wert. Genauso wie der Umstand, dass ich ja zwei ausgesprochene, wenn auch eher verdeckt arbeitende „Lobbyistinnen“ der E-Mobilität zu Wort kommen ließ. Die Berliner Umweltsenatorin und die Bundesumweltministerin. Unter dem Strich gaben also unabhängige Experten die meisten Einschätzungen ab, das Verhältnis Biomethan zu Elektro war 1:2. Ich denke, das kann man, noch dazu wenn man Ihre Grundhaltung einnimmt, wirklich nicht kritisieren.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christoph Arnowski

    • Sehr geehrte(r) Frau oder Herr Hubner,

      zu einigen Aspekten Ihrer Kritik habe ich bereits in Antworten auf andere in diesem Blog vorgetragene Zweifeln Stellung genommen. Ich bitte Sie, auch dort nachzulesen.
      Was ich noch nicht ausführlich behandelt habe, ist die Frage, ob die Biomethan-Herstellung dem Boden Nähstoffe entzieht und Kunstdünger erforderlich macht. Auch in diesem Punkt, meine ich, kann ich mit gutem Grund Entwarnung geben. Es ist zwar richtig, dass das Reststroh, das beim Getreideanbau anfällt und bislang zur Bodenverbesserung häufig untergepflügt wird, erstmal nicht in den Boden kommt. Aber: Bei der Vergärung löst sich ja dieses Stroh nicht nur in Luft (Biomethan) auf, sondern es verbleiben feste Reststoffe, die nichts anderes sind als hochwertiger Biodünger. Und den die liefernden Landwirte, wenn sie wollen, zurückbekommen können. Die Landwirte können dann ihre natürliche Düngung nicht nur besser dosieren, sondern es wird anders als bei der unkontrollierten Verrottung im Boden kein Methan frei, das dann einfach über den Boden in die Atmosphäre entweicht. Warum auch das ein wichtiger Aspekt ist: Methan ist etwa 25 Mal klimaschädlicher als CO2. Das Biomethan im Tank natürlich nicht, denn es wird ja zu CO2 verbrannt. Dieses geht zwar auch in die Atmosphäre, wäre aber auch beim Verrottungsprozess im Boden freigesetzt werden. Deshalb gilt das auf diesem Wege hergestellte Biomethan als nachhaltig, da in Summe bei der Verbrennung (fast) kein zusätzliches CO2 freigesetzt wird. Und: wie schon an anderer Stelle erwähnt: Die in meinem Beitrag vorgestellte Verbio AG nutzt nur Stroh und Schlempe zur Herstellung von Biomethan, nicht nachwachsende Rohstoffe wie Mais oder Raps. Verbio liefert etwa 90 Prozent des Biomethans, das in Deutschland an Tankstellen angeboten wird.
      Ich halte es wie Sie für denkbar, dass in Zukunft Wasserstoff ein wesentlicher Treibstoff sein könnte. Mir ging es aber darum aufzuzeigen, dass es bereits hier und heute eine Alternative gibt, die wirtschaftlich, serienreif und nachhaltig ist.
      Es mag auch sein, dass künftig der ÖPNV eine weit größere Bedeutung haben wird als heute. Aber siehe Beispiel Berlin: Auch der ÖPNV braucht nachhaltige, saubere Antriebskonzepte.
      Genauso wie Carsharing Modelle.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christoph Arnowski

  10. Interessanter Bericht, erzeugte bei mir eine Menge Fragen, das kann die Redaktion sicherlich zeitnah & seriös beantworten?!
    – Was ist mit bisherigen LPG? – Auch das wurde kaum gefördert, obwohl umweltfreundlicher als der mit Steuern (!) geförderter Diesel & Dienstwagen-Bonis, vielleicht weil zu günstig für Verbraucher? Andere Länder sind seit J. besser.
    -Methan an sich ist nicht ungefährlich (ua einfache Brennmöglichkeit), ist Biomethan harmloser?
    -Wurde die Erzeugung (seltene Erden & Metalle) & der Transport der Motorentechnik & des Methangases dabei berücksichtigt? – sah nicht so aus & ich habe kein Methan-Tank Zuhause!
    – Je länger E-Auto-Nutzung, desto besser der Ökofaktor, dazu wenige Teile & weniger Verschleiß!
    -Erzeugung durch Stroh? – Ist das Abfallstroh oder das was als Futter genutzt werden kann? – Wenn in BRD zu viel, wie wärs mit Verkauf in ärmere, von und vorher ausgebeutete, Länder, anstatt Altschrott & Hühnerreste: (EU,) Afrik., asiat. Länder! Die Problematik gab schon mit „Biodiesel“ & Raps!
    -als Berechnung zum Anschaffungspreis, die Abwrackprämie dabei? – Die polit. & Industrielobby-nahe Förderung, aufgrund der Betrugssoftware!? Dann kann ich genauso auch stärker die „einfachere“ E-Technik fördern, einschließlich Solarförderung im Privaten zu direkten Stromnutzung?!
    -Aussage des Uni-Experten: Technik für E-Motoren erst in 10J.? – Hat er bisher geschlafen, meint er nur dt. Hersteller oder existieren solche E-Länder nicht wie: Norwegen, Holland, China, USA (Kalifornien)?
    – „Power to Gas“ gibts auch schon, wurde aber nicht genannt?
    – Wenn Gas & E-Tech, wieso fehlt im Vergleich die Brennstoffzellen-Technik dabei? – War vorher doch nur Industrie-Propaganda der verschlafenen Autofirmen?
    -Wieso in der Betrachtung Erdgas nicht auch bei Schiffen, Zügen, Flugzeugen?
    -Politiker werden ja meist nicht aufgrund ihrer Kompetenz ausgewählt, sonst hätten wir nicht hauptsächlich Juristen im Bundestag! – Die genannte Ministerin war in China zu Besuch, die haben inzwischen auch eine Solarstraße von 100km!

    • Sehr geehrter Herr Schmidt,

      es freut mich, dass Sie den Beitrag als interessant empfunden haben. Und klar, in sieben Minuten war nicht für alles Platz, was man noch zum Thema sagten könnte. Insofern kann man natürlich etliche Fragen so wie Sie stellen. Einen Teil davon habe ich bereits in den Antworten weiter oben beantwortet. Im Folgenden gehe ich deshalb nur noch auf das ein, was nur Sie angesprochen haben. Ich hoffe, dass dieses Verfahren für Sie ok ist.

      LPG ist nur wenig umweltfreundlicher als Benzin und Diesel. Autogas, wie es auch an den Tankstellen genannt wird, besteht aus Propan und Butan, Abfallprodukten der Erdölindustrie. Also ein fossiler Brennstoff, der an der Tankstelle aber erheblich staatlich subventioniert ist. Was die Ökobilanz angeht, ist er nicht mit CNG, und schon gar nicht mit Biomethan oder E-Gas vergleichbar, deshalb wird er von niemandem als ernsthafte Alternative zur Elektromobilität diskutiert.

      Seltene Erden spielen meines Wissen vor allem bei der Produktion der Batterien für E-Autos eine Rolle. Nicht aber bei der Produktion von Biomethan und auch nicht bei der Produktion von cng-Fahrzeugen. genausowenig wie auch bei der Produktion von Dieseln oder Benzinern.

      Biomethan ist nicht ungefährlicher als Methan (beides besteht ja aus den selben Molekülen, die nur unterschiedlich hergestellt bzw. gefördert werden). Aber auch Benzin kann unter Umständen gefährlich sein und bei Elektroautos gibt es auch immer wieder Berichte über brennende Batterien, die schwer zu löschen sind. Aber all das ist meines Erachtens nicht maßgeblich, um sich für oder gegen eine der aufgezählten Technologien zu entscheiden.

      Einen Methan-Tank hat praktisch kein cng-Fahrer zu Hause. Aber kennen Sie jemand mit einer Benzin- oder Dieseltankstelle. Und auch von den E-Mobilisten haben die wenigsten eine eigene Ladesäule im Garten, schon öfter eine normale Steckdose, an der das Elektroauto aber erst nach vielen Stunden wieder aufgeladen ist. Und die vielen Menschen ohne eigenes Grundstück und entsprechend große Barschaft in Mietwohnungen beispielsweise muss sich auch Gedanken machen: Wo könnte ich mein Elektroauto laden.

      Mit Ihrem Gedanken, je länger die E-Auto-Nutzung, desto besser die Ökobilanz, haben Sie prinzipiell Recht. Jetzt kommt aber das große Aber: Es gibt Studien, die besagen,dass ein Elktroauto erst nach 50.000 Kilometer Laufleistung eine bessere Ökobilanz aufweist als ein Benziner vergleichbarer Größe, und auch nur dann, wenn es mit grünem Strom fährt. In Deutschland beispielsweise ist der Kohlestromanteil immer noch bei 35 Prozent! Die schlechte Ökobilanz des Elektroautos, die von der Politik einfach wegdefiniert wird, weil sie es „ex Kathreda“ zum Nullemissionsfahrzeug erklärt hat, rührt daher, dass schon bei der Herstellung der Batterien Unmengen von CO² freigesetzt werden. In diesem Zusammenhang: Diese Einstufung als Null-Emissionsfahrzeug wider besseres Wissen hat zur Folge, dass durch ein verkauften Elektroautos zwei große, schmutzige Benziner oder Diesel (SUV’s zum Beispiel) in der CO²-Flottenbetrachtung rechnerisch sauber werden und der deutschen Autoindustrie ermöglichen, weiter mit eigentlich schmutzigen Fahrzeugen mit großer Gewinnmarge ihr Geld zu verdienen, ohne dafür die eigentlich vorgesehene Strafe wegen der Nichteinhaltung der CO²-Vorgaben zu machen. Viele Elektromobile schützen also nicht wirklich das Klima, sondern die deutsche Autoindustrie und ihre Geschäfte mit Fahrzeugen, die besonders viel CO² emmitieren.

      Stroh ist kein Futtermittel. Zum Thema Stroh vergleichen Sie bitte auch die anderen Antworten. Raps und Mais dito!

      Elektromobilität erst in 10 Jahren. Ja warum kommt denn bei uns das Elektroauto nicht voran wie allgemein gewünscht? Weil es viel zu teuer ist und so viele Einschränkungen in der Nutzung mit sich bringt, dass es sich nur wenige begüterte Menschen als Zweit oder Drittwagen leisten können. die Famileinkutsche, mit der man auch über die Alpen nach Italien in den Sommerurlaub fahren kann , ist es jedenfalls nicht.

      Sie erwähnen andere Länder, die weiter sind als Deutschland. Ja richtig China, dort fahren nicht nur viele Biomethanbusse (so wie in Augsburg) sondern in Shenzen zum Beispiel 15.000 Elektrobusse. Ach ja, China hat derzeit einen Kohlestromanteil von über 60 Prozent, jeder chinesische Elektrobus mag zwar lokal die Luftqualität etwas verbessern, trägt aber aktiv zur Zerstörung des Weltklimas bei. Und dass totalitäre Staaten wie China, wenn sie wollen, auch Unsummen in unwirtschaftliche Dinge pumpen können, wenn sie das aus welchen grünen auch immer für notwendig erachten, sieht man meines Erachtens nicht nur an zehn tausenden von Zensoren, die das Internet von unerwünschten Inhalten freihalten, sondern auch an den zehntausenden Elektrobussen im Reich der Mitte. Man muss sich immer Folgendes vor Augen halten: Die Reichweite eines Batteriebusses beträgt derzeit maximal 200 Kilometer, ein Biomathenabus schafft locker mit einmal Tanken 400 Kilometer. Auf Linien mit 350 Kilometern Tagesfahrleistung, die es auch gar nicht sowenige davon in Berlin geben soll (wie in Augsburg übrigens auch), brauchen Sie also zwei Elektrobusse, die noch dazu fast doppelt so teuer sind als ein Biomethanbus!

      Zu Kalifornien: Wir glauben immer zu wissen, dass das das Land des Elektromobils ist. Herr Sauter von Verbio schildert das ganz anders, er hat erst vor kurzem einen zweistelligen Millionenbetrag in eine amerikanische Anlage investiert, weil er überzeugt ist, dass die Amerikaner im Gegensatz zu den Deutschen technologieoffen an die Verkehrswende rangehen. So investiert beispielsweise UPS eine Milliarde Dollar in die Umrüstung seiner Auslieferungsflotte, ja genau, nicht in Elektrofarzeuge, sondern solche mit CNG-Antrieb.

      Power to Gas ist mir natürlich bekannt, blieb aus Zeitgründen aussen vor. Siehe oben!

      Wasserstoff-Brennstoffzelle, ja natürlich, Zukunft vielleicht. Mir ging es darum, eine Alternative dazustellen, die sofort und ohne Einschränkungen in großer Stückzahl verfügbar wäre.

      Schiffe, Züge, Flugzeuge? Sorry, das war nicht Thema meines Films. Genauso wie Verwendung von Biomethan als Ersatz für Erdgas beim Hausbrand oder wie man vielleicht die Abgase von kleinen, stinkenden Mopeds sauberer machen könnte. Irgendwo hat jedes Thema in einem zeitlich vorgegebenen Rahmen auch seine natürlichen Grenzen!

      Zum Schluss kann ich Ihnen in gewisser Weise zustimmen: Politiker werden nicht immer nach Ihrer Kompetenz ausgewählt, oder um es noch etwas zuzuspitzen: Nicht jede(r) Umweltpolitiker(in) hat auch wirklich Ahnung von dem, was er oder sie so machen. Das hat ja der Beitrag gezeigt, die beiden Interviews waren keine „Überfallintwerviews“, sondern vorab angemeldet, auch was den groben Inhalt der Fragen anging.

      Mit freundlichen grüßen

      Christoph Arnowski

  11. Danke für diesen Report! CNG als Energie gehört aus meiner Sicht mindestens genauso zu den Mobilitätskonzepten wie die derzeit favorisierte Elektromobilität. Die richtige Mischung aus verschiedenen Technologien in Abhängigkeit für den jeweiligen Einsatz wird in Zukunft für Umwelt und Geldbeutel entscheidend sein.

    Seit mehr als 5 Jahren fahre ich einen VW eco up und habe als Pendler und bei Reisen bereits über 233.000 km damit zurücklegen können. Die von VW versprochene Halbierung der Kraftstoffkosten wurde voll und ganz realisiert. Eine Tankfüllung mit 11 kg Gas kostet heute nicht mehr als 13 Euro.
    Die Reichweite beträgt in der Regel um 380 km nur mit CNG. Aber auch über 500 km sind bei moderater Fahrweise möglich.
    Die knapp 1.000 Tankstellen bundesweit sind für die derzeit kleine CNG Flotte noch ausreichend. Von einem weiteren Ausbau ist aber derzeit nichts zu spüren.

    Mein jüngsten Söhne (19 und 22 Jahre) haben sich im Februar bei der Auswahl eines weiteren PKW Modells für unsere 6-köpfige Familie für einen weiteren eco up mit CNG Antrieb entschieden, soviel auch zur Akzeptanz.

    • Sehr geehrter Herr Steffens,

      Danke für dieses positive Feedback. Vielleicht sollten Sie oder wir es mal an die beiden im Beitrag interviewten Umweltpolitikerinnen weiterleiten.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christoph Arnowski

  12. Zur Ergänzung:
    Ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor verbraucht ungefähr 3 mal soviel Energie, wie ein Fahrzeug mit Elektromotor. Bezahlen muss alles der Benutzer. Eigentlich sollte auch das Fahrzeug günstiger sein, da die Herstellung, durch weniger Teile günstiger ist. Ausnahme ist eine Batterie.

  13. CNG oder Biomethan kann nur eine von vielen möglichen Lösungen sein. Es gibt keine 100% sinnvolle Lösung.Es gibt weder einen Wollpertinger oder die eierlegende Wollmilchsau.Wahrscheinlich wird es einen Mix aus verschiedenen Arten alternativen Antriebe sein,der sich letztendlich durchsetzt.Was im Beitrag unterden Tisch fiel ist das Biometahn mit LPG aufbereitet werden muss um überhaupt einen hohen Brennwert zu erreichen.

    • Sehr geehrte(r) Grummelchen,
      Sie haben Recht, es gibt nicht die eilegende Wollmichsau. Beim Wolpertinger bin ich mir als gebürtiger Münchner nicht sicher. (Kleiner Scherz!). Aber in einem Punkt liegen Sie leider total daneben: Biomethan wird nicht mit LPG aufbereitet. Das gasförmige Methan (CNG, Biomethan, Erdgas) wird zwar häufig mit dem Autogas LPG (besteht aus Propan und Butan, beides Abfallstoffe der Mineralölindustrie) verwechselt, das eine hat aber mit dem anderen 0,0 zu tun.

      Mit freundlichen grüßen

      Christoph Arnowski

  14. Energieverbrauch von Fahrzeugen:
    – Benziner mit 6 l/100 km ca. 51 kWh/100 km
    – Diesel mit 5 l/100 km ca. 49 kWh/100 km
    – CNG-Fahrzeug auch ca. 50 kWh/100 km
    Elektroauto ca. 20 kWh/100 km
    –> Da es nicht genügend grüne Energie gibt kann das Biogas nicht in einem Verbrennungsmotor verplempert werden. Das Gas muss zur Gasversorgung verwendet werden um die Importe zu reduzieren. Wenn das Stroh für 6 Mio. Autos reicht, dann reicht es auch aus um 6 Mio. Haushalte zu heizen. Scheinbar kommt die Regierung bei dem Thema Biogas für das Gasnetz nicht voran.

  15. Sehr geehrter Herr Heinrich,
    vielen Dank für Ihre Anmerkungen.
    Meine bisherigen Benzin- und Diesel-Autos sind freilich noch nie mit den von Ihnen angebenen Verbauchswerten ausgekommen, und wenn Elektroautos angeblich verbrauchsarm, wirtschaftlich und in der Nutzung ohne Einschränkungen sind, warum entscheiden sich nur so wenige Deutsche trotz großzügiger staatlicher Unterstützung für ein solches Fahrzeug? Ein Großteil der in Deutschland zugelassen E-Autos wird von staatlichen Stellen und öffentlichen Organisationen gefahren, die diese teuren Fahrzeuge auf Kosten der Steuerzahler oder zahlender Mitglieder, aber nicht mit Mitteln aus der eigenen Haushaltskasse beschaffen.
    In einem Punkt aber teile ich Ihre Einschätzung: Es ist offenkundig, dass sich die Bundesregierung bislang überhaupt nicht für das Thema Biogas interessiert. Die Umweltministerin, die das angemeldete Interview nach drei Fragen abbricht, weil sie fürchtet, ihren Zug zu verpassen, spricht Bände ….

    Mit freundlichen Grüßen

    Christoph Arnowski

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