Arbeit auf Abruf – Ständig in Bereitschaft

Fast rund um die Uhr in Bereitschaft, sechs Tage die Woche – und das für einen Hungerlohn. Dabei werden beispielsweise Verkäuferinnen mit einem Vertrag angestellt, der Ihnen nur zehn bis 15 Stunden pro Woche garantiert. Wer mehr arbeiten will, wartet in ständiger Bereitschaft und springt kurzfristig ein. Das Risiko wird also vollkommen auf den Arbeitnehmer abgewälzt. Vor allem im Einzelhandel breitet sich dieses Beschäftigungsmodell aus.

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  1. Das ist bei Fahrlehrern völlig normal. Wir sind fest angestellt, aber:
    Wenn der Fahrschulinhaber keine Schüler hat, also der Fahrlehrer zu wenig fahren kann, hat er eben Pech gehabt.
    Bezahlt wird nur, was gefahren wird!
    Das Betriebsteil wird also voll auf den Angestellten abgewälzt.

  2. Ich bin froh, dass man da endlich mal hinschaut. Es wird nicht freiwillig Teilzeit gearbeitet. Meist Frauen, die alleinstehend sind, können nicht von ihrer Arbeit leben und von der zukünftigen Rente schon gleich gar nicht. Dieses System, der Teilzeitarbeit breitet sich immer mehr aus, nicht nur im Einzelhandel. Aber der Wirtschaft geht’s gut (Manager). Bitte, nehmt dieses Thema öfter auf. Wir schaffen uns Armut, Altersarmut und frustrierte Menschen.

  3. Mir wurde damals nach der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann (bei einem namhaften Lebensmitteldiscounter) durch Betriebsvereinbarungen eine Übernahme garantiert.

    Zur Lehrzeit habe ich vierzig Stunden und mehr die Woche gearbeitet, zu einem Stundenlohn von etwa 7 Euro, Überstunden wurden nicht vergütet. Dazu muß man allerdings sagen, daß meine Marktleitung mehr als fair und das Betriebsklima im Markt super war; ich bin gern freiwillig mal länger geblieben, und bekam im Ausgleich auch für die geleisteten Stunden später frei.

    Als es nach abgeschlossener Ausbildung zur Übernahme kommen sollte (freilich mit deutlich besserem Stundenlohn dann), war das einzige(!) Angebot seitens der Bezirksleitung ein 24-Stunden-Vertrag, in einem anderen Ort.
    Auf Nachfrage meiner (wirklich menschlich ausgezeichneten Marktleitung), „wovon der Jung denn dann leben soll?“, zumal ich kein Auto besaß, kam die lapidare Antwort, ich könne da gewiß genug Überstunden machen, die würden auch bezahlt.

    Ich habe dann dort also selten vierzig, meist über fünfzig Stunden die Woche gearbeitet (selten unter vierzig), zumal oft sechs Tage die Woche. Habe das nur drei Monate mitgemacht. Hätte ich Urlaub genommen, oder wäre krank geworden, hätte ich das finanziell deutlich zu spüren bekommen…

    Lohnt sich bei den Aussichten denn überhaupt noch eine Ausbildung im Handel, wenn man während der Zeit als billige Kraft eingesetzt, und danach oft nur mit Teilzeitverträgen abgespeist wird..?

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