Das Ende der Sparer-Republik: Null Zinsen und die Zukunftsangst der Deutschen

Die Deutschen gelten als die Sparer-Nation schlechthin. Doch in Zeiten von Null- und Negativzinsen greifen die bisherigen Altersvorsorge-Rezepte nicht mehr. report München über verunsicherte Anleger, ratlose Politiker und über Populisten, die aus der neuen deutschen Zukunftsangst Kapital schlagen wollen. Mehr

 

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  1. Wiederholt muss ich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zur Kenntnis nehmen, dass das Zusammenspiel von Geld- und Fiskalpolitik gänzlich unbeachtet bleibt. Trauriger Weise kann diese Vernachlässigung auch zukünftig in Deutschland dazu beitragen, dass sich rechtspopulistische Parteien eine Niedrigzinspolitik zu eigen machen. Ich würde jedem Wirtschaftsjournalisten empfehlen sich mal eine Einführung in die Makroökonomie anzutun.
    Mit besten Grüßen

  2. Die „Niedrigzinspolitik“ ist natürlich für Sparer ein Ärgernis, allerdings – es gibt kein Menschenrecht auf Zins. Zinsen wachsen nicht im Erdboden oder werden per Dekret verordnet, sondern müssen bezahlt werden. Konkret auf die Massnahmen der EZB bezogen heisst das: die EZB legt die Zinsen fest, die sie für 3monatige Einlagen im Interbankengeschäft zahlt (momentan 0%). Die EZB kassiert Zinsen für Kredite, die sie an Banken ausreicht. Nun werden zur Zeit von den Banken wesentlich weniger Kredite nachgefragt als auf der anderen Seite Guthaben deponiert werden – wovon sollte also die EZB höhere Guthabenzinsen zahlen können? Soll die EZB etwa Geld drucken, damit sie die Renditeansprüche von Geldhortern befriedigen kann?

  3. Wir haben innerhalb Europas zwar eine gemeinsame Währung aber keine gemeinsame Wirtschaftspoltik. Deutschland hat mit dem Euro, gemessen an der Wirtschaftskraft, eine viel zu schwache Währung.
    Um das Problem zu lösen bräuchte Deutschland ganz massive Lohnsteigerungen. Das ist aber alles andere im Interesse Deutschlands, die wollen die Lohnkosten niedrig halten, damit Arbeitsplätzen hier entstehen und nicht ins benachbarte Ausland abwandern.
    Leidtragende sind die schwachen Staaten der EU.
    Die EZB hat nur eine Möglichkeit: Den Zins niedrig zu halten.
    Für die Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich, Italien und Spanien ist auch Deutschland mitverantwortlich.

  4. Warum sparen, wenn für das angesparte Kapital, kein Zins mehr verdient werden kann.
    Das trifft sowohl den Sparer wie auch die Banken und Sparkassen.
    Keine Zinsen, kein zusätzliches Geld für den Sparer, also geben wir es aus und verbrauchen es.
    Kein Wunder, wenn die Armutsrate in Deutschland zunimmt.
    Nun hat Deutschland Altschulden von über 2 Billionen Euro.
    Sollen wir dies den nächsten Generationen überlassen ?

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